Achtsamkeit im Alltag
Achtsamkeit im Alltag. Was hilft mir, eine regelmäßige Meditationspraxis zu etablieren? Was Meditation bewirkt und weshalb du unbedingt meditieren solltest.
Meditations kurs
Ein vollständiger Meditationskurs in 4 Lerneinheiten.
Dies ist die abschließende Lerneinheit 04
Lesezeit: 12 Minuten
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Inhalt
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Du hast gelernt, was Meditation ist und wie eine Meditationspraxis aussieht.
Jetzt kommt es darauf an, eine nachhaltige Praxis aufzubauen.
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Nachhaltige Praxis aufbauen - Langfrist-Motivation
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Jetzt kommt der wirklich entscheidende Teil:
Dieser Punkt wird immer vergessen, weil er so selbstverständlich erscheint: Du musst es tun. Wenn du dich nicht hinsetzt und praktizierst, dann passiert nix.
Da kann man nichts machen. Eine gewisse Regelmäßigkeit und eine nicht ganz kurze Zeitspanne sind notwendig.
Und weitermachen ist wichtig. Hier kommt das her, dies: Der Weg ist das Ziel.
Der Trick ist also ganz einfach: Anfangen – und nicht wieder aufhören. Alles andere kommt mehr oder weniger von selbst.
Bau ganz konkret eine Meditations-Routine auf. Setze dich möglichst jeden Tag hin und werde still. Vielleicht am Anfang jeweils 15 Minuten lang. Das ist echt zu schaffen.
Gib dir etwas Zeit. Man sagt, dass man so etwa vierzig Tage braucht, bis sich eine Gewohnheit etabliert hat.
So viel Geduld muss sein.
Nach 40 Tagen betrachte dich sozusagen von außen. Was hat sich verändert? Hat es sich gelohnt, durchzuhalten?
Du bist nun kein völlig anderer Mensch. Aber vielleicht doch. Wenn du das herausbekommen willst, musst du dich auf dieses Abenteuer einlassen. Meditiere!
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Es gibt gute Gründe für die Meditation
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Muss ich noch einmal die Vorteile der Meditation aufzählen?
Sie hat ganz praktische Vorteile. Du schärfst Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit und entwickelst Geduld und Gelassenheit.
Günstige Nebenwirkungen stellen sich ein wie eine bessere Gesundheit.
Dir wird es generell besser gehen, weil dir Probleme nicht mehr so gravierend vorkommen.
Du wirst bewusster sehen können, was du eigentlich machst. Dass du einem äußeren Glück hinterherjagst, das du nie erreichen kannst und damit nur deine Zeit vertust. Das verschafft dir Gelassenheit und inneren Frieden.
Du wirst deine Zentrierung auf dich selbst lockern und wirst auch dadurch für dich selbst und für andere ein angenehmerer Mensch.
Du wirst mehr davon mitbekommen, was wirklich ist, wer du selbst bist und was die Realität ausmacht. Du wirst auf einem ganz anderen Fundament stehen.
Umfassend habe ich die guten Gründe für eine Meditationspraxis in einem Blog-Artikel dargelegt:
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Mögliche Gefahren
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Es stimmt, dass Meditation Probleme lösen kann. Aber das ist nicht der Fokus. Es ist vielleicht so, dass du anders mit ihnen umgehen wirst. Aber erwarte nicht, dass sich deine Probleme in Luft auflösen.
Wenn du emotionale Schwierigkeiten hast, solltest du erst abklären, ob Meditation etwas für dich ist.
Ich bin noch nie mit irgendwelchen Gefahren der Meditation konfrontiert worden und habe auch noch nie konkret von jemanden gehört, der solchen Gefahren ausgesetzt gewesen wäre. Ich selbst habe die wunderbaren Vorteile der Meditation erlebt und an anderen gesehen.
Gleichwohl will ich mögliche Gefahren nicht leugnen.
Durch Meditation schließe ich die Ablenkungen der Außenwelt aus und wende mich nach innen. Ich schaue mir an, was in mir selbst vorhanden ist. Da könnte auch etwas auftauchen, das ich verdrängt habe und mir nicht ansehen wollte, etwas, das ich selbst erlebt habe, das ich mir vorstelle oder das einfach auftaucht. Vielleicht habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich auch solche Teile in mir trage – etwas, für das ich mich schäme, das mich schmerzt, das ich nicht ertragen kann. Mir solche Dinge anzuschauen, erfordert Kraft. Wenn ich dazu neige, mich in etwas hinein zu steigern, wenn ich psychisch oder emotional labil bin, könnte das tatsächlich zu einer Gefahr werden. Dann brauche ich vielleicht professionelle Hilfe.
Eine andere denkbare Gefahr hängt mit meiner Wahrnehmung zusammen. Mein Wahrnehmungssystem kann mir in der Meditation ungewöhnliche Erscheinungen vorgaukeln, die mir Angst machen könnten, einfach weil ich sie noch nie erlebt habe. Da sollte ich wissen, dass das in der Meditation auftreten kann und dass das keine besondere Bedeutung hat.
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Kleine Erfahrungen
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Wer schon etwas länger und mit offenen Augen meditiert, dem kann es vorkommen, als hätten Menschen und Gegenstände einen hellen oder auch farbigen Umriss, die Farben werden intensiver, die Perspektive verschiebt sich, Dinge scheinen weiter entfernt zu sein, der Fußboden scheint sich zu bewegen. Wer mit geschlossenen Augen meditiert, der hat vielleicht das Gefühl, sein Kopf leuchte von innen, als ob eine Glühlampe angeknipst wurde. Der Körper bewegt sich, zittert oder schüttelt sich – mitunter auch ziemlich heftig. Es können Glücksgefühle auftauchen, vielleicht so stark, dass du sie nie wieder loslassen möchtest, weil sie so schön sind.
Das ist ganz normal. Du wirst nicht krank oder verrückt und du bist auch nicht plötzlich heilig geworden. Das ist nur ein Zeichen, dass die Meditation funktioniert. Mach dir auch keine Sorgen, wenn es nicht geschieht. Wie die großen Meister sagen: Am Ende ist es weder gut noch schlecht.
Schlecht ist, wenn du daran festhältst und es wieder haben willst. Dann machst du gerade das Gegenteil von dem, um das es in der Meditation geht, nämlich loszulassen und frei zu werden. Was wirklich wichtig ist, liegt jenseits. Deswegen wird auch empfohlen, diese Erscheinungen kraftvoll zu verscheuchen.
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Eine Gemeinschaft unterstützt deine Meditation
Fast immer ist es hilfreich, Gleichgesinnte um sich zu wissen. Das gilt auch für die Meditation.
Eine Gemeinschaft unterstützt dich schon allein dadurch, dass es sie gibt. Sie gibt dir den Mut, weiter zu machen, du kannst dir Rat holen und dich austauschen, bekommst Anerkennung und Nähe und gewinnst ein Korrektiv. Eine Gemeinschaft gibt dir eine hilfreiche Struktur vor.
Es ist eben ungeheuer schwer, allein ohne irgendeine Anbindung und Anleitung, durchzuhalten.
Und. Eine Meditation zu Mehreren wird intensiver und tiefer.
Nicht umsonst betrachtet der Buddhismus die Gemeinschaft als ein tragendes Element – neben der Lehre und dem Lehrer.
Deshalb mein Rat: Meditiere mit Freunden oder schließe dich einer Meditationsgruppe an, die es inzwischen bei uns fast überall geben dürfte.
Ausführlicher habe ich über die Vorteile einer Gemeinschaft in einem Blog-Artikel geschrieben:
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Erleuchtung
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Wer meditiert, der stolpert irgendwann über den Begriff „Erleuchtung“. Das soll ja das große Ziel der Meditation sein und vielleicht die letztendliche Bestimmung aller fühlenden Wesen.
Ich glaube, dass auch jemand, der selbst nicht erleuchtet ist, einiges darüber herausfinden kann.
Erleuchtung ist eine Erfahrung
In aller Kürze kann man sagen: Erleuchtung ist eine Erfahrung. Sie ist der Zustand ohne Ego. Sie zeigt, was wirklich ist.
Wir schaffen die Welt in unserem Kopf
Wie die Welt wirklich ist, ist schwer heraus zu bekommen. Wir erfahren sie ja nicht direkt. Einmal brauchen wir unsere Sinne, um entsprechende Informationen zu sammeln. Und aus diesen Informationen schaffen wir unsere Vorstellung von der Realität. Unsere Welt besteht aus Worten, Begriffen und Beschreibungen und damit aus Vorstellungen und Konzepten.
Und wir gehen noch einen Schritt weiter. Wir nehmen die Welt nicht einmal so wahr, wie wir sie uns vorstellen, weil wir mit unseren Gedanken fast immer in der Vergangenheit oder in der Zukunft sind.
Wirklich schwer ist es, uns selbst zu sehen. Wir identifizieren uns mit unseren Gedanken und Gefühlen und mit unseren Vorstellungen von uns selbst. Das ist unser Ego, derjenige, von dem wir meinen, dass er uns ausmacht und derjenige, der sagt: Ich bin.
Was fällt in der Erleuchtung weg?
Erleuchtung heißt, alle unsere Vorstellung werden wie eine Wolkendecke vor dem blauen Himmel weggezogen. Das was uns hindert, die Wirklichkeit zu sehen, wie sie ist, ist dieser Teil unseres Geistes, den wir mit unseren Gedanken und Gefühlen identifizieren.
Wie ist die Welt?
Wie zeigt sich die Welt, wenn sich das Ego, wenn sich dieser Filter, restlos aufgelöst hat?
Die Welt selbst ist immer die selbe. Nur die Wahrnehmung ist anders.
Wenn wir beide schon einmal eine Mango gegessen haben, dann sage ich Mango und du weißt, wovon die Rede ist. Wenn du Mangos nicht kennst, dann sage ich, es ist so ähnlich wie eine Pflaume oder ein Pfirsich. Dann hast du wenigstens eine gewisse Vorstellung. Aber wie soll jemand etwas beschreiben, das jenseits der Vorstellungskraft liegt?
Erleuchtung ist jenseits von allem, das wir kennen. Weil sie so schwierig zu beschreiben ist, wird meist aufgezählt, was Erleuchtung alles nicht ist. So heißt es im Herzsutra: „Keine Form, kein Gefühl, keine Wahrnehmung, kein Wille, kein Bewusstsein, kein Auge, kein Ohr, keine Nase, keine Zunge, kein Körper, kein Geist, keine Erscheinung, kein Klang, kein Geruch …“
Wie fühlt sich das an?
Einiges kann man sich recht gut vorstellen. Ist da dann nichts? Ja, irgendwie schon. Aber in diesem Nichts ist alles enthalten. Es ist kein Nichts ohne irgendetwas – eher ein noch nicht genutztes unendliches Potential.
Da sind dann keine Vorstellungen mehr, wie alles ist und wie alles sein müsste. Da ist auch nichts von gut und schlecht, von Vorlieben und Abneigungen.
Wenn keine Gedanken mehr da sind, wenigsten keine, die mich fesseln, dann kann es keine Probleme mehr geben. Es gibt keine Begrenzungen mehr, keine Zeit, nichts, das jetzt getan werden müsste.
Da ist auch niemand mehr, der Angst hat, der etwas wünscht, der sich die Zukunft herbei sehnt oder die Vergangenheit. Alles ist immer wieder ganz neu und frisch. Es ist egal, wem das geschieht. Der, der bestimmte Vorlieben hat, der, der dies und das will, den gibt es gerade nicht mehr.
Da ist unendliche Freude. Es wird von unglaublichem Gelächter berichtet, wenn diesem Menschen klar wird, was er bis dahin gemacht hat. Es ist nur noch komisch. Es fühlt sich leicht an. Der ganze Mist ist weg. Es gibt nichts mehr, über das man sich aufregen könnte.
Und es gibt Gewahrsein. Es ist sogar viel mehr als vorher, das erfahren wird. Weil du vorher kaum zur Besinnung gekommen bist.
Ganz normal
Die Erfahrung ist bombastisch und zur selben Zeit gewöhnlich. Hinter allem haben wir das schon immer gehabt.
Weil alles getan ist, gibt es allertiefsten Frieden und Stille.
Die Erfahrung ist unkompliziert. Sie besteht nicht aus vielen Bestandteilen. Sie ist einfach da und sie ist perfekt.
Mitgefühl
Alles ist vollkommen. Da können einem die Wesen, die das nicht sehen können, nur noch Leid tun. Da kann das große Bedürfnis entstehen, allen anderen Wesen auch zu diesem Zustand zu verhelfen. Das ist letztendliches Mitgefühl und das was die Boddhisattvas ausmacht.
Nicht permanente Erfahrung
Momente der Erleuchtung kommen von einem Augenblick zum anderen. Diese Erfahrung wird bei den allermeisten Menschen nicht für immer bleiben. Gedanken, Emotionen und damit Vorstellungen und Konzepte kommen zurück.
Der endgültige Durchbruch, die Erleuchtung, die für immer bleibt, ist etwas ganz anderes. Das ist dann ein Buddha, ein voll Erwachter. Der ist nicht weniger erleuchtet, als der historische Buddha.
Kurze Zusammenfassung
Eine konkrete Meditations-Routine aufbauen. Setze dich möglichst jeden Tag hin und werde still.
Meditation hat ganz praktische Vorteile. Du schärfst Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit und entwickelst Geduld und Gelassenheit – und es gibt einige weitere günstige Nebenwirkungen.
Wenn du emotionale Schwierigkeiten hast, solltest du erst abklären, ob Meditation etwas für dich ist.
Erleuchtung heißt, alle unsere Vorstellung werden wie eine Wolkendecke vor dem blauen Himmel weggezogen.
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Podcast
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Zum Inhalt dieses Kurses gibt es einen Podcast „Tipps zur Meditation – Meditation entmystifiziert“:
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Meditationsbuch: "Die Essenz der stillen Meditation"
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Dies ist das ultimative Meditations-Buch.
Es enthält alles, was du über die stille Meditation wissen musst.
Das Buch ist die Quintessenz aus meinen 50 Jahren an Meditations-Erfahrung.
Es baut auf diesem Kurs auf – und ergänzt ihn ideal, indem es viel mehr in die Tiefe geht und die Hintergründe aufzeigt.
Hier kannst du es ansehen und kaufen:
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Alle Blogartikel zur Meditation
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Hier findest du alle Beiträge zur Meditation auf der Webseite „Raum für Meditation“:
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Herzlichen Glückwunsch!
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Du hast jetzt das gelernt, was du brauchst, um selbständig zu meditieren.
Herzlichen Glückwunsch!
Ich bin glücklich, wenn dich dieser Kurs tatsächlich dazu bringt, eine Meditations-Praxis zu etablieren.
Danke schön!