Buddha Symbol. Wenn wir an den Buddha denken, dann kommt gleich ein bestimmtes Bild. Aber. Wie er wirklich ausgesehen hat, wird heute niemand mehr sagen können. Eigentlich wird der Buddha bis heute lediglich durch Symbole dargestellt. Denn die Abbildungen sollen keine natürliche Person abbilden, sondern das Perfekte an einem voll verwirklichten Menschen zeigen. Diese Darstellungen geben – intuitiv und mit ihrem Herzen – auch solchen Menschen einen Zugang zur Lehre, die sich nicht, wie ein Mönch, ausschließlich dem Studium und der Praxis widmen können.
Das Aussehen der historischen Person
Wenn wir an den Buddha denken, dann kommt gleich ein bestimmtes Bild. Aber. Hat so die historische Person Shakyamuni ausgesehen?
Wie er wirklich ausgesehen hat, wird heute niemand mehr sagen können. Als ein Mann aus der indischen Oberschicht wird er eine dunkle, aber für Indien verhältnismäßig helle Hautfarbe gehabt haben. Es wird berichtet, dass er weder besonders groß noch besonders klein gewesen sei. Als Prinz sei er bärtig gewesen mit glänzend dunklem Haar. Weil er damals wohl schwere Ohrringe getragen hat, sind langgezogene und durchstochene Ohrläppchen plausibel. Als Asket wird er langes Haar gehabt haben, das oben zu einem Knoten zusammengebunden war. Später sei er wie ein Mönch kahlgeschoren gewesen.
Anfänglich wurde er nicht abgebildet
Lange Zeit wurde Buddha lediglich durch Symbole dargestellt – durch einen Fußabdruck, einen leeren Stuhl, ein herrenloses Pferd oder durch einen Regenschirm.
Dieses Du-sollst-dir-kein Bild-machen kennen viele Religionen, weil es immer zu falschen Vorstellungen führt. Das Göttliche ist unbeschreiblich.
Im Buddhismus sehe ich aber einen anderen Grund. Der Buddhismus lehrt, unsere Realität sei ohne feste Substanz und traumgleich. Es lohnt sich also nicht, an äußeren Dingen und Gegebenheiten festzuhalten. Deshalb ist auch sein Aussehen letztlich nicht wichtig.
Der Buddha hat betont, dass es nicht um ihn geht, sondern um seine Lehre. Entscheidend ist, dass er Erleuchtung erlangt und gelehrt hat, wie man man ein gutes Leben führt und sich selbst aus der Verblendung dieses Lebens befreien kann.
Weshalb wird Buddha dann dennoch abgebildet?
Eigentlich wird der Buddha bis heute nicht abgebildet. Denn. Bei den figürlichen Darstellungen geht es nicht um ein naturalistisches Bild, sondern immer noch um Symbole – selbst wenn Gegenstand der Darstellung Szenen aus seinem Leben sind.
Diese Symbolik macht sich an spezifischen Merkmalen des dargestellten Körpers fest, die das Perfekte an einem voll verwirklichten Menschen zeigen sollen. Ein perfekter Mensch könnte durch einen Körper mit perfekten Proportionen oder ein großartiger Mensch könnte außergewöhnlich groß dargestellt werden.
Wenn etwas nicht abgebildet wird und im Abstrakten und Ungefähren bleibt, ist es schwer verständlich. Es ist eben nicht anschaulich und sinnlich greifbar.
Die idealisierten, symbolbehafteten figürlichen Darstellungen haben zur Verbreitung des Buddhismus beigetragen, denn sie geben einem breiten Publikum einen Zugang zur Lehre, nämlich auch solchen Menschen, die sich nicht, wie ein Mönch, ausschließlich dem Studium und der Praxis widmen können.
So ein symbolisches Bild zeigt eine Möglichkeit, intuitiv und mit meinem Gefühl und Herzen in seine Lehre einzusteigen. Es kann mich inspirieren und dazu anspornen, diesem Weg zu folgen, so gut ich es gerade vermag.
Wenn ich mich mit so einem Bild konfrontiere, dann kann etwas geschehen, das sich gar nicht unbedingt in Worten einfangen lässt. Vielleicht übertragen diese wunderbaren spirituellen Figuren einen besonderen Geisteszustand. Da werde ich ganz von selbst ruhig. Die Gedanken verblassen. Freude und Gelassenheit entstehen in einem meditativen Zustand.
Ich mag auch Hilfe finden, Trost und Zuversicht.
Diese Merkmale und Attribute der figürlichen Darstellungen haben eine lange Geschichte und wurden weiter entwickelt und verfeinert. Sie sind Spiegel von Vorstellungen verschiedener Zeiten, Kulturen und Denkweisen, die uns heute teilweise nicht ohne weiteres einleuchten – auch nicht mit Hilfe der überlieferten Erläuterungen.
Letztlich ist es gar nicht so wichtig, diese ganzen Details zu wissen. Das würde ja wieder eine intensive Beschäftigung und ein Studium voraussetzen. Vielleicht akzeptiere ich sie einfach so, wie sie jetzt sind und lasse mich von diesen großartigen Kunstwerken inspirieren.
Entwicklung der Darstellung
Seht euch mal das Bild oben an. Es zeigt 3 exemplarische Buddhaköpfe:
Der Kopf links besteht aus grauem Schiefer und stammt aus dem Gandhara des 2. oder 3. Jahrhunderts.
Der Kopf in der Mitte wurde aus rotem Sandstein hergestellt im indischen Mathura des 5. oder 6. Jahrhunderts.
Der Bronzekopf rechts aus dem 17. Jahrhundert hat seinen Ursprung in der Ayutthaya-Zeit auf dem Boden des heutigen Thailand.
Zum ersten Mal wurden ab dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung figürliche Abbildungen des Buddha an zwei Orten gleichzeitig geschaffen: im Gebiet von Gandhara im heutigen Afghanistan und Pakistan und im indischen Mathura.
In Gandhara ist das griechische Schönheitsideal zu spüren, das mit Alexander dem Großen in diese Weltgegend kam. Diese Kunstwerke schmeicheln unserem an der griechischen Kunst geschulten Auge.
Der Kopf eines Buddha aus rotem Sandstein aus dem Mathura des 5. oder 6. Jahrhundert unterscheidet sich vom Stil her gravierend von den Figuren in Gandhara, obwohl sich die jeweilige Formsprache etwa gleichzeitig entwickelte. Dieser Kopf mutet für mich sofort indisch an.
Er gehört nicht zu den ersten Werken, die in Mathura entstanden. Er stammt aus der Zeit der Gupta-Dynastie, die dort im 4. bis 6. Jahrhundert herrschte. Die Kunstwerke aus dieser Zeit gelten als besonders hochwertig und markant.
Die indische Kultur hat sich schon früh weiter nach Osten und Südosten ausgebreitet und hat auch auf dem Boden des heutigen Thailand reiche Früchte getragen. Hier zeigt sich wieder ein anderes Schönheitsideal. Mit Beginn des 13. Jahrhunderts entstanden klarere, elegante Formen der Darstellung. Die späte Ayutthaya-Zeit gilt als ein goldenes Zeitalter. Sie wurde stilbildend für Buddha-Figuren bis in die heutige Zeit.
Die 32 großen körperlichen Merkmale eines Buddha
Der Katalog der körperlichen Merkmale eines Buddha beinhaltet heute 32 große körperliche Merkmale. Die Listen variieren ein wenig.
(1) Auf den Fußsohlen und Handflächen zeichnet sich je ein Rad mit tausend Speichen ab als Bild für seine Lehre.
(2) Die Fußsohlen sind flach und setzen immer sicher auf dem Boden auf. Damit symbolisieren sie seine Standhaftigkeit.
(3) Die Finger und Zehen sind durch ein Gespinst weißen Lichtes verbunden. Dies sei ein Zeichen für seine Großzügigkeit, Freundlichkeit und und sein Vorbild. Es wird auch von goldenen Schwimmhäuten gesprochen, weil er so widerstandslos durch die Welt gewandelt sei, wie ein Schwan durch das Wasser gleitet.
(4) Seine Haut bleibt unabhängig vom Alter faltenfrei und weich. Das spiegele wieder, dass er immer großzügig für gutes Essen gesorgt habe.
(5) An der Haut bleibt kein Schmutz haften. Sie ist zart und unbefleckt wie makelloses Gold, weil er andere beherbergt und es ihnen behaglich gemacht habe. Die Hand- und Fußflächen sind rot.
(6) Die Fußsohlen, Handflächen, Schultern und der Nacken bilden sieben wohlgeformte, abgerundete und leicht erhabene Oberflächen als Zeichen für seine generelle Freigebigkeit.
(7) Die Finger und Zehen sind schlank und außergewöhnlich lang. Das zeige, dass er viele Tiere vor dem Tod bewahrt habe.
(8) Die Fersen sind groß, rund, schmal und glatt. Der Fußrücken ist besonders hoch. Das bedeute, dass er generell geholfen hat, die Geschöpfe vor Schaden zu bewahren.
(9) Er ist um die 3 Meter groß mit einer geraden und erhabenen Körperhaltung als Zeichen dafür, dass er niemals auch nur ein einziges lebendes Wesens getötet habe.
(10) Seine Ellbogen und Kniescheiben treten nicht hervor und unter der Haut zeichnen sich keine Adern ab. Das symbolisiere seine Vollkommenheit im Geben, in der Disziplin, der Geduld, der Ausdauer, der Konzentration und der Weisheit.
(11) Die Körperbehaarung ist wie Flaum. Nur je ein duftendes Haar wächst gerade aus jeder Pore. Das symbolisiere sein hilfreiches Handeln.
(12) Die Waden sind schlank und wohlgeformt als Zeichen seiner Meisterschaft in Kunst und Wissenschaft.
(13) Seine Arme sind so lang, dass er stehend mit den Händen seine Knie berühren kann als Symbol dafür, dass er Bettler nie mit leeren Händen weggeschickt habe.
(14) Sein Penis ist im Körperinneren verborgen, weil er nie etwas Vertrauliches weiter erzählt habe.
(15) Sein Kopfhaar ist saphirblau und makellos, weil er sich allen Wesen liebevoll zugewendet habe.
(16) Die Haare bestehen aus im Uhrzeigersinn gedrehten Locken. Das symbolisiere, dass er sich von Verwirrung und geistigem Abschweifen befreit habe.
(17) Zwischen seinen Augenbrauen wächst ein Wirbel aus linksdrehenden weichen weißen Haaren, der Licht aussendet an alle, die an ihn denken als Zeichen, dass er sie niemals im Stich lässt.
(18) Der Oberkörper ist kräftig und wird nach oben breiter, wie der Oberkörper eines Löwen, als Symbol dafür, dass er niemals Wesen gedemütigt oder herabgesetzt habe.
(19) Die Schultern sind gerundet und wohlgeformt. Das bedeute, dass er die Menschen gelobt und ermutigt habe.
(20) Zwischen den Schultern findet sich keine Einbuchtung, der Bereich unter den Achseln ist fleischig, sein Nacken ist formvollendet. Das komme davon, dass er anderen durch Medizin und Nahrungsmitteln geholfen habe.
(21) Sein wohlriechender Speichel verleiht allen Speisen einen wundervollen Geschmack. Deshalb schmeckt ihm jedes Essen vorzüglich. Die Ursache dafür sei, dass er für Kranke, Alte und Behinderte sorgte.
(22) Sein Körper ist gerade, stattlich und wohlgeformt, wie ein großer Bodhibaums. Das zeige, dass er öffentliche Gärten anlegt habe.
Der Körper ist weder besonders dünn noch besonders dick als Symbol für einen mittleren Weg, jenseits von Extremen.
Es wird auch gesagt, der Körper sei von Licht umgeben, verursacht durch seine konstruktiven Handlungen.
(23) Auf der Mitte des Kopfes gibt es eine Erhebung in der Form eines Haarknotens als Hinweis auf seine Weisheit und Erleuchtung.
(24) Seine Zunge ist außergewöhnlich lang und breit als Bild für seine Redegewandtheit und seine liebevollen Worte der Ermutigung.
(25) Seine Stimme klingt so schön und rein wie Vogelgesang. Sie befreie von allen Ängsten. Die schöne Stimme komme daher, dass er die Lehre jedem Lebewesen in dessen eigener Sprache vermittelt habe.
(26) Sein Kiefer ist voll wie der eines Löwen, weil er sich völlig von Geschwätz befreit habe.
(27) Die vier Eckzähne sind kräftig und strahlend weiß, weil er den Buddhas und Bodhisattvas außergewöhnliches Lob und große Verehrung gezollt habe.
(28) Seine Zähne sind alle gleich lang, als Zeichen dafür, dass er seinen Lebensunterhalt immer ehrlich verdient habe.
(29) Seine Zähne sind gerade, ohne Zwischenräume und gleichmäßig, um zu zeigen, dass er immer ehrlich gewesen sei.
(30) Er hat vierzig strahlend weiße Zähne, gleich viele im Ober- und Unterkiefer, als Bild für die Einheit und Harmonie aller Lebewesen.
(31) Das Weiße in seinen Augen ist klar und deutlich, ohne rote oder gelbe Verfärbung. Die Pupillen sind tief schwarz. Die Iris ist blaugrün. Die halb geschlossenen Augen erwidern nicht den Blick des Betrachters, sondern sind in meditativer Versenkung nach innen gekehrt. Diese Augen seien ein Symbol dafür, dass er andere mit mitfühlenden Augen ansah und für das Wohlergehen aller Wesen gearbeitet habe.
(32) Seine Wimpern sind lang, dicht, wunderschön und jedes Wimpernhaar ist deutlich sichtbar. Die Brauen sind dünn und sichelförmig. Das bedeute, dass er andere ohne anzuhaften und ohne Feindseligkeit angesehen habe und bestrebt gewesen war, den Unterschied zwischen richtig und falsch zu erkennen.