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Tomo
AdministratorJa, natürlich kann da der Buddhismus helfen.
Aber.
Das ist der zweite Schritt vor dem ersten. Die Beschäftigung mit den Lehren des Buddhismus und die Praxis der Meditation sind kein Ersatz für Therapie oder ärztliche Behandlung. Wenn ich ein Bein gebrochen habe, gehe ich nicht zum Kardiologen.
Wenn du schon mit deinen Problemen gearbeitet hast, kann dir der Buddhismus allerdings weiter helfen. Er kann dir die Augen öffnen und zeigen, wer du wirklich bist, wie die Realität beschaffen ist und dir einen praktisch gangbaren Weg aufzeigen, der nicht auf Glauben basiert, sondern auf Einsicht – ein Weg zu letztendlichem Glück.Tomo
AdministratorGlück und Zufriedenheit sind Zustände des Wohlseins. Die eine Form von Glück fällt mir zufällig und unverdient in den Schoß. Eine andere Form ist das Ergebnis bewussten Handels und gelegentlich auch harter Arbeit.
Die äußeren Umstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ich Glück empfinde. Sie sind aber weder notwendig noch hinreichen für Glück.
Wir suchen Glück außen, in mehr Befriedigung, Reichtum, Ruhm, Erfolg. Insbesondere verbinden wir Glück mit materiellem Reichtum. Geld trägt dazu bei, meine materiellen Sorgen zu verringern und es wirkt wie eine Belohnung. Deshalb kann Geld glücklich machen.
Letztlich ist es aber nicht das Geld selbst, das glücklich oder unglücklich machen kann.
Alles Glück und Unglück spielt sich lediglich in meinem Kopf ab. Das Äußere ist nur Vorwand. Tatsächlich ist eine Begebenheit lediglich ein Ereignis.
Ich behaupte: Glück ist ein Entscheidung! Ich kann in jedem einzelnen Augenblick entscheiden, ob ich glücklich oder unglücklich bin. Ich lege einen inneren Schalter um. Ich kann Glück wie eine Fremdsprache lernen. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit und die Bereitschaft zu Veränderung und Reflexion und manchmal auch etwas Anstrengung erfordert.
Das Glück ist schon da. Es zeigt sich in vielen kleinen und auch großen Momenten. Ich muss es allerdings als solches identifizieren und bewusst wahrnehmen.
Was macht, dass ich mich unglücklich fühle? Ich werte. Das ist gut und jenes ist schlecht. Ich vergleiche mich mit Menschen, denen es anscheinend besser geht und die erfolgreicher zu sein scheinen. Daraus entstehen Ablehnung, Neid und Unzufriedenheit und Wünsche und Erwartungen, die sich vielleicht nicht erfüllen. Ich könnte mir stattdessen auch anschauen, was ich alles habe und wo es mir gut geht.
Ein Schlüssel für Glück ist Dankbarkeit. Wenn ich dankbar bin, dann kann ich sehen, was mir Gutes geschehen ist. Ich sehe das, was mir geschenkt wird, nicht mehr als selbstverständlich an.Tomo
AdministratorJa, Meditation ist bewusstseinserweiternd. Und es sind andere Erfahrungen als mit Pilzen oder LSD. Und völlig ohne Nebenwirkungen. Die Erfahrungen mit Pilzen oder LSD „schenken“ Dir eine Erfahrung. Meditationserfahrungen setzen harte und kontinuierliche Bemühungen voraus. Meditation ist ein Stufenweg. Auch wenn du mal 10 Minuten lang meditierst, kann etwas geschehen. Aber das kann immer nur ein Anfang sein. Das Ziel sind Erfahrungen, die du noch nie erlebt hast. Wir kennen im wesentlichen die Geisteszustände „wach“ und „schlafen“. Meditation zielt auf einen weiteren Zustand: voll wach, fast „überwach“ und ohne gravierenden Gedanken. Das heißt, du bist nicht mehr von Deinen Vorstellungen und Konzepten bestimmt. Es ist, als ob eine dichte Wolkendecke weggezogen wird und ein transparenter klarer unendlich weiter Himmel zum Vorschein kommt. Es geht um nicht-duale Zustände. Das heißt, die Vorstellung von einem Ego tritt in den Hintergrund. Der Unterschied zwischen dem, der da sitzt und dem, was da erfahren wird, verschwimmt. Von dem, was da geschehen kann, kann man letztlich nur in Vergleichen und poetischen Worten sprechen. Es ist jenseits von Gedanken, jenseits von Konzepten und Vorstellungen, jenseits von gut und schlecht, jenseits von Beschreibung. Der Buddha hat die Erfahrung so beschrieben: „Tiefgründig, voll tiefem Frieden, vollständig rein, wie strahlendes Licht, aus einem Stück und nektargleich ist das Wissen, das mir zuteil wurde.“
Tomo
AdministratorIch finde, den ersten Schritt hast du schon getan, wenn du dir deine Situation ansiehst, dir Gedanken machst und überhaupt in Betracht ziehst, dankbar zu sein. Da ist eine bestimmte Art von Bewusstsein.
Ansonsten kannst du die Entwicklung von Dankbarkeit als eine Art Training sehen.
Wofür kann ich dankbar sein? Fange mit den ganz kleinen Dingen an. Du lebst. Du bist heute aufgewacht. Du bist nicht verhungert. Vielleicht scheint die Sonne. Das ist nicht selbstverständlich.
Du kannst ein Dankbarkeits-Tagebuch führen, in dem du alles aufschreibst, wofür du dankbar sein kannst.
Letztlich ist es eine Entscheidung und eine Richtungsänderung. Ich kann mir anschauen, was schlecht läuft und ich kann mir anschauen, was gut läuft. Ich kann mich über das ärgern, was mir fehlt oder ich kann mich über das freuen, was ich habe.
Dankbarkeit ist eine Sichtweise und eine Entscheidung. Du kannst dich dafür entschieden, dankbar zu sein.28. Juni 2025 um 19:50 Uhr als Antwort auf: Sind wir das Produkt unserer eignen Informationssammlung? #9234Tomo
AdministratorNatürlich sind wir das Produkt unserer eigenen Informationssammlung. Eine direkte Erfahrung der Realität ist nicht möglich. Das ist alles eine Interpretation unseres Geistes mit dem Ziel, uns in unserer Welt zurecht zu finden.
Alles was wir zu wissen meinen, haben wir primär von außen entweder direkt durch unsere Sinnesorgane oder indirekt durch die Mitteilung von anderen, die auch auf Erfahrungen mit ihren Sinnesorganen beruhen. Im zweiten Schritt habe ich oder ein anderer diese Erfahrungen interpretiert und mitgeteilt. Alle Informationen die wir haben sind so entstanden.Tomo
AdministratorDiese Frage ist nicht so banal, wie sie aussieht. „Leere“ und „Nichts“ sind nicht identisch. „Nichts“ heißt, das absolut nichts da ist, nichts existiert und sich folglich daraus auch nicht entwickeln kann. „Leere“ bezeichnet eher so etwas wie einen Hohlraum, so wie eine Tasse leer sein kann. Sie ist zwar leer, kann aber gefüllt werden. Damit besitzt „Leere“ ein Potential. Diese Leere kann gefüllt werden und sich entwickeln. Das gilt für „Nichts“ nicht.
Tomo
AdministratorKarma folgt aus dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Das hat nichts mit Glaube zu tun oder ob du Buddhist oder Hindu bist. Alles was du tust hat früher oder später eine Auswirkung. Das ist einfach so, ob du willst oder nicht. Deshalb ist es auch nicht freiwillig. Was du tun kannst ist: Dinge die sich negativ auswirken werden zu vermeiden. Und schon geschehene negative Taten durch positive Taten auszugleichen, zum Beispiel dadurch, dass du dich entschuldigst.
Tomo
AdministratorOffensichtlich gibt es keine objektive, absolute Gerechtigkeit und es kann sie auch nicht geben. Wir wünschen uns Gerechtigkeit. Aber. Sie ist subjektiv, unterliegt immer menschlicher Beurteilung und kann von niemanden auf dieser Erde wirklich durchgesetzt werden.
Was kann ich dann tun? Der erste Schritt ist, sich von dieser Vorstellung zu lösen. Sie führt nur zu falschen Erwartungen.
Und. Das Leben kann sehr lebenswert sein, ohne diese Vorstellung von Gerechtigkeit. Es kann dir gut gehen – ohne dass du dafür etwas Besonderes dafür getan hast. Selbst, wenn du das in deinen Augen oder in den Augen anderer gar nicht verdienst.
Und. Du kannst darüber nachdenken, was für dich das Leben lebenswert macht, was du dafür tun kannst. Dann läuft deine Frage auf eine Suche, nach dem Sinn des Lebens hinaus. Weswegen bist du auf dieser Welt und was ist deine Aufgabe hier?14. Dezember 2024 um 19:26 Uhr als Antwort auf: Ist die Reise ins Geistige….auch eine Reise zur Freiheit? #8774Tomo
AdministratorFreiheit hat viele Facetten. Allgemein bedeutet Freiheit von etwas oder für etwas frei zu sein. Aber irgendwelchen Bedingungen oder Zwängen unterliege ich immer. Ich bin mein eigener Sklave, geknechtet von meinen Wünschen, Vorlieben, Trieben, Gelüsten, Impulsen, Routinen, gewohnheitsmäßigen Gedanken und Gefühlen.
Bei Freiheit geht es auch darum, ob ich meinen Geist bestimme oder ob mein Geist mich bestimmt. Nehmen wir mal einen ganz einfachen Wunsch: ich würde jetzt wirklich gern ein Himbeereis essen. Ist das Freiheit, dieses Himbeereis essen zu können?
Freiheit ist ein Gefühl. Wie ich mich fühle, hat nicht unbedingt mit den äußeren Bedingungen zu tun. Freiheit findet im Kopf statt.
Wenn meine Gedanken mich nicht unkontrolliert hierhin oder dorthin führen, wenn ich nicht über die Vergangenheit oder die Zukunft grübele, wenn ich im Augenblick lebe, ohne Furcht und ohne Hoffnung, wenn ich das Leben nehme, wie es kommt und mit dem fließe, was mir das Leben gibt – ist das nicht Freiheit?
Dann kann ich sagen: Mehr Geist, mehr Freiheit!
Tomo
AdministratorDie Vorstellung eines Gottes löst doch kein intellektuelles Problem, sondern verlagert es nur. Wo stammt der Gott denn her? Und wenn du sagst, Gott gibt es schon immer, dann kannst du genau so gut sagen, die Welt gibt es schon immer.
Und wenn du an Gott glaubst, dann ist die Diskussion zu Ende. Glauben kann man – anders als Wissen – letztlich nicht hinterfragen. Und die Frage, ob Gott ewig ist und schon immer war, oder die Welt, lässt sich intellektuell nicht lösen.
Und Bewusstsein und Gefühle sind einfach da. Das ist doch offensichtlich und völlig unabhängig von einem Gott.
Und meine Gefühle kümmern mich schon sehr. Wenn ich Schmerzen habe, habe ich Schmerzen und wenn ich Freunde habe, dann freue ich mich. Ob ich nun an einen Gott glaube oder auch nicht.Tomo
AdministratorDas kommt darauf an, was du unter Gebet verstehst.
Ein Gebet richtet sich nicht unbedingt an den allmächtigen Gott. Es geht um eine Verbindung zu einem höheren Wesen oder ganz allgemein zu etwas Transzendentem. Ich kann auch an das Universum denken oder an einen tiefen Aspekt in mir selbst.
Bei einem Gebet kann es um ein Wünschen gehen. Vielleicht brauche ich jemanden, gegenüber dem ich mich ganz heimlich mal ausweinen und Schwäche zeigen kann. Vielleicht brauche ich Trost. Ich möchte ein Problem los werden oder suche eine Lösung.
Der Betende erwartet meist eine Antwort. Es könnte allgemein um Zwiesprache oder um Zuwendung gehen. Ich kann auch danken, mich beklagen, bereuen und vergeben, um Segen bitten.
Ein Gebet kann in Meditation übergehen, wenn der Betende eine einzige Gebetszeile wie ein Mantra stetig wiederholt. Da wird eine Wesenheit angesprochen mit einer immer wieder erneuerten Bitte: „Denke an mich!“, „Erbarme dich meiner!“ oder „Segne mich!“.
Beten kann über Sprechen hinaus gehen und den Charakter eines Hinhörens und Hinspürens annehmen. Ich vertrauen auf das Göttliche, auf die Wesenheit, auf die Kräfte. Ich öffne mich und werde ein Gefäß für den Segen. Das Göttliche ist hier. Ich spüre es.
Beten ist dann zu Meditation geworden. Dann ist es eher ein Sein mit dem Göttlichen, ein Stillwerden und in Seiner Gegenwart zur Ruhe kommen.
Tomo
AdministratorWir suchen das Glück außen, in mehr Befriedigung, Reichtum, Ruhm, Erfolg. Vielleicht kann Geld mich positiv beeinflussen. Aber. Sobald die Grundbedürfnisse befriedigt sind, flacht die Begeisterung über zusätzliches Geld ab. Das ist ein permanentes Aneinanderreihen von zusätzlichen Gegenständen und Eindrücken.
Alles ist vergänglich. Das gilt auch und besonders für das Glück. Was dauerhaft sein kann, ist eine gewisse Grundeinstellung, mit der ich die schönen Dinge des Lebens sehen kann und durch die ich eher positiv gestimmt bin.
Ich kann Glück wie eine Fremdsprache lernen. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit und die Bereitschaft zu Veränderung und Reflexion und manchmal auch etwas Anstrengung erfordert.
Das Glück ist schon da. Es zeigt sich in vielen kleinen und auch großen Momenten. Ich muss es allerdings als solches identifizieren und bewusst wahrnehmen.
Alles Glück und Unglück spielt sich lediglich in meinem Kopf ab. Das Äußere ist nur Vorwand. Tatsächlich ist eine Begebenheit lediglich ein Ereignis.
Meine Einstellung zu etwas kann ich immer beeinflussen. Ist das Glas halb voll oder halb leer?
Was macht, dass ich mich unglücklich fühle? Ich vergleiche mich mit Menschen, denen es anscheinend besser geht und die erfolgreicher zu sein scheinen. Daraus entstehen Ablehnung, Neid und Unzufriedenheit und Wünsche und Erwartungen, die sich vielleicht nicht erfüllen. Ich könnte mir stattdessen auch anschauen, was ich alles habe und wo es mir gut geht.Tomo
AdministratorOb es eine objektive Wahrheit gibt, kann niemand wissen, weil jedes Wesen das, was es wahrnimmt, nur von seinem subjektiven Standpunkt aus beurteilen kann. Schon unsere Sinne geben uns nur Informationen über etwas, was als außen angesehen wird. Mit anderen Sinnen, wie sie etwa Fledermäuse oder Schlangen haben, würden wir die Welt anders wahrnehmen. Und diese Informationen werden von unserem Geist interpretiert. Das, was wir für real halten, ist also schon doppelt gefiltert, durch unsere Sinne und unseren Geist. Technische Geräte können uns zusätzliche Informationen liefern. Und wir können nachdenken und logische Schlüsse ziehen. Das ändert aber nichts an dem grundsätzlichen Problem. Mit Sicherheit können wir nur sagen, dass es eine Instanz gibt, die sich für real hält.
Tomo
AdministratorDer Buddhismus ist überhaupt nicht nihilistisch.
Er leugnet nicht, dass etwas existiert,
sittliche Werte sind der Kern der buddhistischen Lehre; sie sind im achtfachen Pfad geschrieben,
die Suche und das Erkennen der objektiven Wahrheit ist das Ziel der buddhistischen Lehre und
Buddhisten gehen davon aus, dass es Bereiche jenseits unserer Welt gibt, in der sich auch Wesen aufhalten. Allerdings glauben sie nicht an einen allmächtigen Schöpfergott.
Ich glaube, manche Menschen halten den Buddhismus für nihilistisch, weil sie die Aussage Buddhas „Alles ist leer“, nicht verstehen. Damit ist nicht gemeint, dass es nichts gibt. Es ist doch offensichtlich, dass es etwas gibt. Was gemeint ist, ist, dass das, was uns umgibt, keine feste Substanz und eher den Charakter eines sich sehr real anfühlenden Traums hat.
Die Aufgabe ist, zu verstehen, wie die Realität tatsächlich und letzten Endes beschaffen ist. Da kann man durch Studium und durch logische Schlussfolgerungen weiter kommen. Aber letztlich kann man diesen Charakter der Realität nur durch tiefe innere Erfahrung herausfinden.Tomo
AdministratorOb du gern hier bist oder nicht – die Frage ist nicht entscheidend. Oder ob du einen Sinn im Leben siehst oder nicht. Du bist unzweifelhaft hier. Das sollten wir alle akzeptieren.
Der nächste Schritt hängt von deinem Weltbild ab. Es geht um dich, nicht um die Welt. Wenn du davon ausgehst, dass vor diesem Leben schon etwas war und dass es auch nach dem Tod weiter geht, könntest du dich fragen, ob du dich in einem anderen Zusammenhang selbst dafür entschieden hast, genau hier zu leben. Dann wird die Frage nach dem Sinn plausibler. Vielleicht bist du hier, weil du etwas lernen musst oder möchtest, was du woanders nicht lernen kannst. Es käme dann darauf an, was das ist. Das kann dir niemand sagen. Das ist gerade das, was du hier herausfinden kannst, möchtest, wolltest.
Vielleicht kommt es aber auch nur darauf an, ein einigermaßen anständiges Leben zu führen. Oder es ist eine Art Test. Daran glauben fast alle religiösen Menschen. -
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