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Gelassenheit

Gelassenheit bedeutet nicht, dass nichts geschieht. Sie bedeutet, dass das Geschehen deinen inneren Frieden nicht beherrscht.“ (buddhistische Weisheit)

Meditations kurs

Ein vollständiger Meditationskurs in 4 Lerneinheiten.

Dies ist die Lerneinheit 02

Lesezeit: 10 Minuten

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gelassenheit

Meditations kurs – Lerneinheit 02

Vorbereitung und

äußere Bedingungen

 

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Körperhaltungen, die eine Meditation unterstützen

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Die Körperhaltung unterstützt meine Meditation. In einem in sich ruhenden entspannten Körper findet auch mein Geist Gelassenheit und wache Stabilität. Das Bild eines Berges, der sich durch nichts erschüttern lässt.

Ob ich auf einem festen Stuhl oder auf einem festen nicht zu niedrigem Kissen sitze, ist erst einmal egal.

Aber ich lehne mich besser nicht an, sondern sitze mit einem schönen geraden Rückgrat. Die Wirbel liegen aufeinander wie gestapelte Münzen. Der Rücken ist weder zu weit nach vorn, noch zu weit nach hinten geneigt, sondern genau im Gleichgewicht. Die Schultern sind entspannt.

Dann schmerzt der Rücken nicht, ich schlafe nicht ein und die Energie kann frei fließen.

Der Bauchraum hat genügend Volumen für eine ruhige, tiefe Atmung.

Wenn dann die Hände vielleicht noch sanft die Knie umfassen oder die rechte Hand in der linken Hand entspannt im Schoss ruhen, dann sieht das schon ganz gut aus.

Wenn ich auf einem Kissen sitze, berühren die Knie den Boden oder – wenn das nicht möglich ist – werden sie durch Kissen gestützt. Der Körper sollte auf drei Punkten ruhen. Das gibt dem Körper einen stabilen Halt.

Zwischen den Armen und dem Rumpf kann etwas Luft bleiben. Wenn das Kinn ein wenig angezogen ist, dann wird der Rücken automatisch gerade. Die Zungenspitze berührt leicht den Gaumen. Der Blick der halb geöffneten Augen ist auf einen Punkt vielleicht einen Meter vor mir auf dem Boden gerichtet oder die Augen sind geschlossen.

Hinsetzen und äußerlich und innerlich still werden. Das heißt aber nicht, dass ich mich überhaupt nicht bewegen darf und regungslos zur Salzsäule erstarren muss – alles in Maßen.

meditationshaltung
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Kann man auch im Liegen meditieren ?

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Der Meditations-Zustand ist nicht von einer bestimmten Körperhaltung abhängig – er kann auch liegend geschehen. Das Liegen ist aber mit Entspannung und Schlaf verbunden. Damit ist dieser bestimmte achtsame wache Zustand ohne Ablenkung nicht erreichbar.

Deshalb ist von einer Meditation im Liegen, in einem bequemen weichen Sessel oder auch nur angelehnt, abzuraten.

Mit geschlossenen Augen meditieren

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Viele Menschen, die anfangen zu meditieren, gehen davon aus, dass die Augen bei der Meditation geschlossen sind. Das ist eine Möglichkeit.

Mit den Augen nehmen wir hauptsächlich die Welt wahr. Sie verbinden uns mit dem, was außerhalb von uns ist. Deshalb ist es konsequent, die Augen in der Meditation zu schließen. Die Verbindung zur Außenwelt ist abgeschnitten und ich bin insofern ungestört.

Aber. Innere Bilder und Gedanken nehmen mich leichter gefangen. Ich drifte leichter ab. Wenn es nichts zu sehen gibt, könnte das auch eine Einladung zum Schlaf sein.

Für Anfänger ist es durchaus empfehlenswert, mit geschlossenen Augen zu meditieren. Der Einstieg ist so etwas leichter. Ich kann die Achtsamkeit leichter auf einen Punkt richten.

Was für eine Meditation mit offenen Augen spricht

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Wenn du bisher mit geschlossenen Augen meditiert hast, dann probiere mal, die Augen beim Meditieren auf zu halten. Das ist zunächst ungewohnt. Vielleicht lässt du dich nun eher ablenken, weil so viele Eindrücke dich fesseln.

Was spricht noch dafür, die Augen in der Meditation auf zu halten?

Wir zeigen, dass wir uns nicht verschließen. Alle Sinne bleiben offen. Wir leben in der Welt und nehmen alles wahr. Wir laufen nicht weg, übernehmen Verantwortung und leben im Frieden mit der Welt.

Aber wir lassen uns von der Welt nicht einfangen.

Ein weiter und offener Blick, sehr sanft und auf nichts bestimmtes gerichtet, ist auch ein Ausdruck von Mitgefühl –  umfassend und großzügig.

Es gibt Augenblicke, da sind die Augen auf, doch was sie sehen, berührt mich nicht. Ich nehme nicht mehr auf, als wenn meine Augen geschlossen wären. Und doch bekommt ein Teil von mir alles mit. Wenn ich so schaue, dann verblassen die Gedanken und hören auf.

Das ist der entscheidende Grund für offene Augen.

Ein Platz zum Meditieren

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Meditieren kann man überall. Meditation ist ein Zustand des Geistes. Der braucht keinen äußeren Ort.

Und Meditation ist ein Bündel von Methoden, wie ich diesen Zustand erreiche. Da muss ich ja irgendwo sein.

Das ist nicht ganz beliebig, wenn ich es mir nicht unnötig schwer machen will.

Anforderungen

Generell sollte der Ort die Meditation unterstützen. Das bedeutet, er sollte angenehm sein und die Abwesenheit von allem, was die Meditation stören könnte.

Ich sollte mich da unbedingt wohl fühlen.

Der Ort sollte ruhig sein. Lärm wäre eine besondere Herausforderung. Das spricht auch gegen Fernseher, Telefon und Handy.

Ein ungestörter Raum – also kein Durchgangszimmer, kein Zimmer, in dem immer wieder jemand etwas zu tun hat.

Kein Gestank, kein Durchzug, keine summenden oder stechenden Insekten, nicht zu kalt, nicht zu heiß, hell, aber kein grelles Licht, kein blendendes Sonnenlicht, deshalb ein Vorhang. Ein Fenster mit der Möglichkeit zum Lüften.

Keine unangemessenen Assoziationen – Schlaf, Arbeit. Das spricht gegen Schlafzimmer und Arbeitszimmer.

Auch das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen, könnte stören. Deshalb sollte der Platz von außen nicht einsehbar sein.

Der Raum muss nicht unbedingt groß sein. Es ist schön, wenn man den Raum zumachen kann und er keine weiteren Funktionen hat. Ein separates Zimmer ist ideal, aber eine Ecke in einem anderen Raum tut es auch.

Einrichtung

Eigentlich gibt es nur einen Gegenstand der unerlässlich ist: das ist eine Sitzgelegenheit. Das kann ein Stuhl sein oder ein Kissen. Dazu noch eine Unterlage.

Schön wäre es, wenn in dem Raum nichts ist, das ablenkt. Er ist sauber und aufgeräumt – kein Gerümpel. Da könnten schon rundum kahle weiße Wände helfen.

Und dann kann man etwas da haben, das als Meditationsobjekt fungiert. Dinge können hinzu kommen, die inspirieren. Das kommt auch auf den Geschmack an. Da können Farben ein Rolle spielen. Manche Glaubensrichtungen mögen bestimmte Farben: weiß, gold, orange, dunkelviolett, grün.

Dann kommen Bilder und Statuen in Frage mit Glaubensgründern, Heiligen, Meistern und Symbole, die inspirieren.

Auf Altären können Abbilder und Symbolen schön arrangiert werden.

Vielleicht fehlt ein Teppich, um alles wohnlicher zu gestalten, eine Klangschale, Zimbeln für die Einleitung oder für das Ende der Meditation, Räucherwerk, ein Umhang können die Ausstattung vervollständigen.

Im Laufe der Zeit wird das Meditationszimmer zu einem Tempel, der eine Atmosphäre von Ruhe und Frieden ausbreitet.

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Gelassenheit. Mach dir nicht so viele Gedanken, was alles falsch sein könnte.

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Man kann auch zu verbissen an die Angelegenheit herangehen, nur noch meditieren und alles bis auf’s I-Tüpfelchen korrekt machen. Stattdessen sollte die Meditation etwas von Gelassenheit, Leichtigkeit und Offenheit haben. Wir wollen uns doch entspannen und ruhig werden.

Hilfreich ist eine offene Haltung ohne allzu viele Vorstellungen.

Mitgefühl

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Meditation kann auch eine Praxis sein, mein Mitgefühl zu stärken. Ich kann mir vorstellen, dass meine Praxis nicht nur mir hilft, sondern letztlich allen fühlenden Wesen zugute kommt. Dazu kann ich vor der Meditation ein aus dem Buddhismus kommendes Motivations-Gebet und zum Abschluss meiner Meditation ein Widmungs-Gebet sprechen.

Motivationsgebet

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Durch die Kraft und die Wahrheit dieser Praxis mögen alle Wesen Glück erfahren und die Ursachen von Glück; mögen sie frei sein von Leid so wie den Ursachen von Leid und mögen alle niemals getrennt sein von der großen Glückseligkeit, die frei ist von Leid und mögen alle im großen Gleichmut verweilen, frei von Anhaftung und Abneigung.

Widmungsgebet

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Mögen durch dieses Verdienst alle Wesen den allwissenden Zustand der Erleuchtung erfahren und Feinde wie Fehler und Verblendungen überwinden. Mögen sie alle aus diesem Ozean von Samsara befreit werden, aus seinen tosenden Wellen von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.

Anmerkung:

Die Praxis der Motivation und die Praxis der Widmung stammen aus dem tibetischen Buddhismus, der neben der Meditation die Bedeutung von Liebender Güte (Bodhicitta) betont.

Samsara ist diese uns vertraute unvollkommene Welt.

Der Buddhismus lehrt, dass sich in dieser Welt Leiden nicht vermeiden lässt. Jedes Lebewesen wird mit den Leiden der Geburt, des Alters, durch Krankheit und des Todes konfrontiert.

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Meditation und Tageszeiten 

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Unterschiedliche Tageszeiten besitzen auch in Bezug auf die Meditation unterschiedliche Wirkungen. Als die besten Zeiten für die spirituelle Praxis gelten die Zeiten der Dämmerung, egal ob abends oder morgens. Das sind Zeiten des Übergangs und Zeiten, in denen der Geist besonders empfänglich ist.

In Indien denkt man an eine Zeit zwischen 4 Uhr und 6 Uhr, an eine Zeit kurz vor Sonnenaufgang. Der extreme Morgen schwingt in einer sanften Stille, die nur mir gehört.

Eine realistischere gute Möglichkeit beginnt, wenn ich den Wachzustand wahrnehme und aufstehe. Ich bin noch unabgelenkt und nicht geschäftig. Ich bin unmittelbar bereit. Der Zustand der inneren Stille, Gelassenheit und Ausgeglichenheit wird mich den ganzen Tag begleiten.

Abends gibt es ein Pendant. Da ist dieses „wenn alles getan ist“. Der Alltag liegt hinter mir. Vielleicht ist da eine gewisse wohlige Erschöpfung, die Freude, etwas geschafft zu haben. Gelassenheit.

Vor dem Schlafengehen beginnt sich der Gedankenstrom zu verlangsamen. Körper und Geist bereiten sich auf die Nachtruhe vor. Auch spätabends ist es ruhig und niemand wird noch etwas von mir wollen. Ich werde etwas von dem Meditationszustand mit in die Nacht nehmen.

Generell nutze Zeiten, die gerade passen. Ich kann auch im Zug meditieren, in der U-Bahn und sogar an meinem Arbeitsplatz in der Mittagspause.

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Kurze Zusammenfassung

 

  • In einer entspannten und stabilen Position sitzen mit geradem Rückgrat.

  • Die Augen können auf oder geschlossen sein.

  • Die Meditation braucht keinen besonderen äußeren Ort. Hilfreich ist ein ruhiger und ungestörter Raum.

  • Generell nutze Zeiten, die gerade passen.

  • Die Meditation sollte etwas von Gelassenheit, Leichtigkeit und Offenheit haben.

 

Mini-Übung:

 

  • Eine für mich gangbare Meditationshaltung finden und ausprobieren, in der ich auch etwas länger schmerzfrei sitzen kann.

  • Mach dir konkrete Gedanken über eine hilfreiche Meditationsumgebung.
    Wo kann ich ungestört meditieren, was brauche ich an Ausstattung, geeignete Kleidung?

  • Und – ganz wichtig – die Praxis nicht vergessen. Ich probiere jetzt, 10 Minuten lang in einer guten Meditationshaltung zu meditieren. – Nur beobachten, was innerlich in mir geschieht.

     

  • Probiere mal zu Beginn der Meditation den Text der Motivation zu sprechen und mit dem Text der Widmung aufzuhören. Macht das einen Unterschied?

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