Innere Stimme. In meinem Geist melden sich bestimmte Bestandteile und verdichten sich zu einer Stimme, die nahezu permanent in mir spricht. Diese Stimme hat enorme Kraft und Auswirkung. Denn sie definiert das Bild, das ich von mir selbst habe und schafft meine Sicht auf die Realität – im Guten, wie im Schlechten.
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ToggleWas ist die innere Stimme?
Innerhalb des Gedankenstroms in meinem Geist melden sich bestimmte Bestandteile und verdichten sich zu einer Stimme, die nahezu permanent in mir spricht. Meist bleibt sie unterhalb der Bewusstseinsschwelle und entzieht sich damit meiner Kontrolle. Man spricht auch von einem inneren Dialog.
Diese innere Stimme ist essentiell und hat enorme Kraft und Auswirkung.
Denn sie definiert das Bild, das ich von mir selbst habe und schafft meine Sicht auf die Realität – im Guten, wie im Schlechten.
Eine steile These:
Weil sie Himmel und Erde erschafft, erlangt die innere Stimme eine gottgleiche Stellung.
Denn:
Diese Stimme kreiert das, was ich für die Realität halte.
Indem ich die Stimme beeinflusse, besitze ich ein Werkzeug, um selbst in diesen Schöpfungs-Prozess einzugreifen.
Die innere Stimme schafft meine Wirklichkeit
Ich erfahre die Welt nicht unmittelbar. Was ich wahrnehme, ist doppelt gefiltert – durch meine Sinnesorgane und durch die Interpretation der inneren Stimme.
Meine Wahrnehmung wird durch diese Stimme nicht nur gefärbt; die Erklärungen, die sie liefert, wird zu meiner Wahrnehmung und formt meine mir bekannte und vertraute Weltsicht und bestätigt und festigt sie durch permanente Wiederholung.
Ich erlebe nicht die Wirklichkeit selbst, sondern lebe in einem kontinuierlich erzeugten mentalen Modell, das lediglich eine Interpretation der tatsächlichen Welt ist.
Was macht die Stimme im Einzelnen?
Die innere Stimme schafft Bewusstheit, erzeugt ein Ich-Gefühl und beurteilt und definiert mich mit meinen Eigenschaften, Rollen, den Erwartungen an mich, meinen Zielen im Leben, vergleicht mich mit anderen, entlädt gestaute Emotionen und rechtfertigt mein Handeln.
Da beobachtet und überwacht mich jemand permanent. Die innere Stimme kommentiert jede Erfahrung und alles was ich tue, erklärt, was das für mich bedeutet, bewertet, sortiert in Kästchen ein und sagt mir, wie ich mich verhalten soll.
Die Stimme gibt mir Orientierung, das Gefühl zu verstehen, was los ist. Sie hilft mir, mich in dieser Welt zurechtzufinden und zu überleben.
Die ständig wiederholte Erzählung bestätigt mich selbst. Sie gibt mir das stabile Gefühl von „Ich bin dieselbe Person wie gestern.“ Sie formt tiefgreifend, wie ich mich selbst erlebe und wie ich durchs Leben gehe.
Weil ich mich mit diesem Ich identifiziere, muss ich es mit allen Mitteln schützen. Ich sehe mich als Mittelpunkt der Welt und bettle um Bedeutung und Anerkennung.
Ich meine nur, frei und autonom zu entscheiden und zu handeln. Tatsächlich bestimmt mich ein innere Dialog durch ein Denken in immer gleichen Bahnen und bewirkt vorhersehbare emotionale Reaktionen und Ängste.
Woraus speist sich der innere Dialog?
Die Stimme in mir entsteht aus einem Zusammenspiel von Erfahrungen, Prägungen, übernommenen Überzeugungen, erlernten Mustern, Erwartungen an mich selbst und andere und den aktuellen Lebensumständen, die sich im Laufe des Lebens zu einem ganzes Geflecht von Glaubenssätzen, Konzepten und Vorstellungen verdichtet haben.
Die haben immer eine Geschichte, die regelmäßig bis ganz tief in meine persönliche Geschichte reicht und sich irgendwann in der Vergangenheit als wichtig und für mich richtig erwiesen haben.
Als Handlungsanweisung haben sie sich zwar damals bewährt – sind aber vielleicht heute gar nicht mehr angemessen.
Dass meine Lehrerin im ersten Schuljahr über mich gesagt haben soll: „Der Junge kann und weiß alles!“, beflügelt mich noch heute.
Was folgt daraus?
– Die Welt, die ich für real halte, ist eine Illusion. Sie ist eine Interpretation, die mir hilft, hier zu überleben.
– Die innere Stimme hat einen Prozess angestoßen, der nicht fix ist und deshalb von mir aktiv verändert werden kann.
Wenn ich die Kräfte dahinter sehe und verstehe, habe ich ein Werkzeug, mit dem ich meine Welt nach meinen Bedürfnissen und Wünschen aktiv ändern und umgestalten kann.
Ein Verändern empfiehlt sich besonders, wenn die Stimme Ansichten wiederholt und verfestigt, die mir schaden und mich in eine falsche Richtung schicken.
– Es gibt Zustände des Geistes, in der die Stimme und der innere Dialog zum Stillstand gekommen sind und die Realität unmittelbar erfahrbar wird. Dann sind wir bei den höchsten Stufen der Meditation. Und frei!
Wie ändere ich die innere Stimme?
Veränderung beginnt mit Bewusstheit. Nur was erkannt wird, kann auch verändert werden.
Ich lerne, die Stimme und den Dialog zu beobachten. Dazu bietet sich die Meditation an. Ich beobachte distanziert, ohne mich einzumischen, ohne etwas hinzuzufügen oder abzuziehen, zu unterdrücken, zu verleugnen oder zu ermutigen. Woraus speisen sich diese Gedanken? Unterstützen sie mich? Oder schaden sie mir?
Ich finde neue Formulierungen, die realistischer, freundlicher und konstruktiver sind.
Stille
Stille ist schon das momentane Leiser-Werden der Stimme des inneren Dialogs, das einhergeht mit weniger „Ich“.
Ein Zustand kann entstehen, der den Geist so transparent macht, dass das, was mich ausmacht, verschwindet und die Unendlichkeit dahinter sichtbar wird.
Das ist subtil. Innere Stille entsteht nicht durch Willensanstrengung und Konzentration. Es geht wie in den hohen Stufen der Meditation um loslassen und zulassen. Wahrnehmung ohne Benennung. Stille entsteht.
………….
Hast Du diese Stimme in dir schon einmal bemerkt? Teilst du meine Meinung?
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