Ist Buddha ein Gott? Welchen Charakter haben die vielen Wesenheiten in manchen Formen des Buddhismus?

Ist Buddha ein Gott? Nein. Man kann all die Buddhas, Bodhisattvas, Wächter oder Geister als Symbole ansehen. Die Dinge sind traumgleich. Auf so einer Ebene können wir uns den Buddha Shakyamuni und die anderen Wesenheiten als immer noch existent vorstellen.

Ist Buddha ein Gott
Das ist Vajrapani

Vielleicht habt ihr euch schon mal gefragt, was die ganzen Götter, Buddhas, Boddhisattvas, Wächter oder Geister eigentlich sollen, die manchmal auch als Gegenstand der Meditation empfohlen werden. Der Buddhismus behauptet doch, er brauche und kenne keine Götter.

Dass der Buddhismus keine Götter kennt, ist so nicht richtig. Buddhisten denken, dass es ganz unterschiedliche Wesen gibt, wie Menschen, Halbgötter oder Tiere oder auch Hungergeister. Und es gibt auch Götter. Es sei aber nicht erstrebenswert, Gott zu sein. Sie leben zwar für unsere Vorstellung unendlich lange. Sterben aber gleichwohl irgendwann. Und dann ist ihr Schmerz unendlich. Weil sie wissen, dass ihr bis dahin wunderbares Leben vorbei ist. Und sie haben aus Sicht der Buddhisten einen entscheidenden Nachteil. Weil es ihnen so gut geht, weil sie in ständiger Glückseligkeit leben und es ihnen an nichts mangelt, deshalb haben sie keinerlei Antrieb, aus diesem Zustand heraus zu kommen und die endgültige Befreiung zu erlangen. Also nach Erleuchtung zu streben. Deshalb sei ein Leben als Mensch sehr viel erstrebenswerter.

Ist Buddha ein Gott? Nach buddhistischer Auffassung ist er kein Gott. Was ist er dann? Er war auf jeden Fall ein ganz richtiger Mensch hier auf unserer Erde. Auch noch nach seiner Erleuchtung. Und er ist hier auf dieser Erde als Mensch gestorben. Gibt es ihn noch? Er könnte direkt ins Nirvana, ins Verlöschen gegangen sein. Er könnte sich aber auch in einem Zwischenbereich aufhalten, von dem aus er sich noch einmal inkarnieren könnte. Er könnte also noch einmal auf der Erde als Mensch geboren werden.

Wer mit dem allem nichts anfangen kann, der kann diese Wesenheiten als Symbole ansehen. Sich so etwas wie Liebe vorzustellen ist vielleicht nicht so einfach, zu abstrakt. Es ist viel einfacher, sich jemanden vorzustellen, der Liebe verkörpert. Man kann eine schöne Geschichte dazu erzählen und man kann eine Figur basteln, die dieses Gefühl, diese Einstellung, glaubhaft macht, z.B. indem man sie mit vier Armen ausstattet, damit sie um so besser und mehr helfen kann.

Und man kann sich Wesenheiten vorstellen, die Eigenschaften bündeln. So kann der Medizinbuddha oder auch Vajrasattva für die Heilkraft aller Buddhas stehen.

Ist Buddha ein Gott? Es gibt Menschen, die, wie der Buddha Shakyamuni oder auch Padmasambhava und andere große Menschen, tatsächlich gelebt haben. Sie wurden geboren, haben gelebt und sind gestorben.

Der Buddhismus lehrt, dass alles keine feste Substanz hat, dass sich ein Stein zwar fest anfühlt, ziemlich schwer sein kann und auch schmerzen kann, wenn er auf den Fuß fällt. Aber eigentlich gibt es ihn nicht in der Form, in der er uns erscheint. Das heißt nicht, dass es ihn nicht gibt. Schließlich kann er wirklich auf den Fuß fallen und schmerzen.

Der Buddhismus sagt auch, die Dinge sind traumgleich. Auch im Traum können Dinge ziemlich real erscheinen. Wir können uns ängstigen, vielleicht sogar Schmerzen spüren. Auf so einer Ebene können wir uns den Buddha Shakyamuni und auch die ganzen anderen Wesenheiten als immer noch existent vorstellen. Vielleicht können diese Wesen sogar jetzt noch real auf die Ebene zugreifen, auf der wir uns jetzt befinden. Dann könnte Beten – das ist nichts anderes als solche Wesenheiten um Hilfe zu bitten – sinnvoll sein.

Das kann man glauben oder auch nicht. Aber wir verstehen, dass wir unseren Geist beeinflussen können. Und dabei können diese Wesen, selbst wenn sie nur Vorstellungen sein sollten, durchaus helfen. Wenn sie uns helfen, liebevoll zu sein, uns helfen, Schmerzen zu ertragen. Wenn sie uns helfen, unseren Geist zu transformieren. Denn das ist vielleicht das ultimative Ziel des Buddhismus und vielleicht jeder Art von Religion, nämlich diesen unseren Geist zu verwandeln.

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