Was macht mich glücklich? Brauche ich Visionen oder gilt das, was der ehemalige Kanzler Schmidt gesagt hat: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen? Weshalb brauche ich Ziele? Gibt es Ziele, die dauerhaftes Glück versprechen?
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Brauche ich Visionen?
Brauche ich Visionen oder gilt das, was der ehemalige Kanzler Schmidt gesagt hat: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen?
Kennt ihr das – dunkle Wolken, Kälte, Feuchtigkeit und wieder kürzer gewordene Tage? Ich schmore im eigenen Saft, ohne dass etwas passiert. Sich im Kreise drehende Gedanken. Ein Gefühl von Nutzlosigkeit und Wurschtigkeit.
Weshalb brauche ich überhaupt Ziele?
Ziele, weil ich einen Mangel erlebe
Wenn ich einen starken Mangel verspüre – Hunger, Kälte, Krankheit und auch Einsamkeit – dann wünsche ich mir, dass dieser Mangel behoben wird.
Der Mensch braucht Ziele, um überhaupt weiter leben zu können. Ohne Luft, Nahrung, Kleidung, Wärme und Behausung gehe ich unter. Ich brauche Arbeit und Geld, um Essen zu kaufen und ein Dach über dem Kopf zu haben.
Erst wenn ich alles Lebensnotwendige habe, kann ich an andere Ziele denken.
Materielle Ziele
Wenn Menschen gefragt werden, was sie sich wünschen, dann fällt ihnen etwas ein wie ein großer Lottogewinn, ein dickes Auto, eine Villa, Traumreisen.
Macht mich das glücklich?
Erreichte materielle Ziele haben eine bemerkenswerte Eigenschaft. Sie werden oft uninteressant. Da habe ich so viel Mühe investiert, um etwas zu erreichen. Und dann ist es endlich da. Und dann ist es nicht mehr interessant.
Ich wollte ein Haus haben und dann habe ich es. Anfangs gehe ich stolz vom Keller zum Dachboden und wieder zurück mit der Genugtuung: Das ist meins. Ziemlich bald wird das Haus selbstverständlich und die Befriedigung und die Dankbarkeit sind weg.
Und mit einem Kleidungsstück, einer Uhr, einem Auto geht das noch viel schneller. Oder es kommt so etwas wie: Der Nachbar hat aber ein viel größeres Auto.
Der Versuch alle diese Bedürfnisse, Wünsche und Ziele zu befriedigen, muss scheitern, weil materielle Wünsche immer wieder nachwachsen.
Wäre es nicht klüger, mit dem Gegebenen auszukommen? Letztlich müssen nur einige Grundbedürfnisse befriedigt werden.
Bleibt etwas von mir ?
Einige Ziele haben ihren Ursprung in meiner Unfähigkeit, mich mit meiner eigenen Vergänglichkeit abfinden. Ich möchte, dass nach meinem Tod etwas von mir bleibt.
Da gibt es die klassischen Ziele: Kind, Haus, Buch, Apfelbaum.
Irgendwie lebe ich in meinen Kindern weiter, die dann die Gene von Generation zu Generation weiter geben. Aber bin das Ich?
Und mein Haus? Das wird wahrscheinlich verkauft und irgendwann abgerissen werden.
Und das Apfelbäumchen? Wenn ich Glück habe, dann steht es eine Weile und der Wind raunt durch seine Zweige wie im Birnbaum des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Und irgendwann verdorrt er und wird gefällt.
Und wenn ich ein gutes Buch geschrieben habe, dann überleben wenigstens einige meiner Gedanken. Aber habe ich wirklich etwas davon?
Andere Ziele
Das sind alles mehr oder weniger materielle Ziele.
Es gibt die Ziele Macht, Anerkennung, Erfolg. Es gibt Menschen, denen gefällt es, Macht zu besitzen. Und über Achtung und Anerkennung freut sich fast jeder. Aber fühlen sie sich als Ziele an sich nicht schal an?
Habe ich Ideale und erstrebe eine bessere Welt? Immer noch habe ich Vorstellungen von einer idealen Welt. Die sehen aber ganz anders aus, als ich mir das früher vorgestellt habe.
Ziele und Glück
Wohl jeder Mensch möchte glücklich sein. Gibt es Ziele, die dauerhaftes Glück versprechen?
Ein Ziel heißt Freiheit. Was für eine Freiheit? Vielleicht nicht mehr Sklave meiner Gefühle, Gedanken und Impulse zu sein. Und schließlich letztendliche Befreiung zu erlangen – aller nur erdenklichen Fesseln ledig?
Kann ich dort hinkommen? Macht mich das glücklich, wenn ich versuche, ein guter Mensch sein? Und die Realität zu erkennen, wie sie wirklich ist? Zu wissen, weshalb ich hier auf dieser Erde lebe? Kann es mir gelingen, Leid zu überwinden?
Und wenn ich das Ziel nicht kennen kann
Vielleicht habe ich eine vage Vorstellung, dass etwas fehlt, das ungeheuer wichtig ist und das jeden Einsatz lohnt.
Ich gehe einen Weg und gehe immer weiter, obwohl ich das Ziel nicht kennen kann und nicht weiß, ob ich es je erreichen werde.
Ankommen
Irgendwann werden sich die Wolken auflösen und einen strahlenden Himmel freigeben.
Da ist jemand sehr lange den Berg herauf geklettert. Er sitzt auf dem Gipfel. In seinem Schauen ist nichts Aktives. Er sitzt nicht da und genießt die Aussicht. Er schaut auch nicht, wo der nächste Weg ist und was dahinten wohl für ein Stadt sein mag. Er sitzt einfach nur da und schaut.
Weiter lesen:
Über Glück und über Ziele habe ich mehrmals geschrieben. Zum Weiterlesen empfehle ich diese Beiträge: