Zukunft gestalten. Zukunft ist die Zeit, die noch nicht stattgefunden hat. Damit besteht sie im wesentlichen aus Vorstellungen, Erwartungen und Träumen, die sich gegenwärtig in meinem Kopf abspielen. Zukunft ist mein Raum der Erwartung. Entweder fürchte ich mich vor der Zukunft oder ich wünsche und erwarte Positives von ihr. Was geschehen ist, ist geschehen. Da kann ich nichts mehr dran ändern. Aber ich kann meine Zukunft beeinflussen.
Zukunft ist die Zeit, die noch nicht stattgefunden hat. Damit besteht sie im wesentlichen aus Vorstellungen, Erwartungen und Träumen, die sich gegenwärtig in meinem Kopf abspielen.
Gibt es die Zukunft überhaupt?
Die Zukunft ist noch nicht da. Insofern existiert sie nicht, ebenso wie die Vergangenheit, die nicht mehr ist. Man könnte daher sagen, dass es nichts anderes gibt, als den gegenwärtigen Moment.
Aber so wie die Vergangenheit noch als Erinnerung und in ihren Manifestationen existiert, so gibt es die Zukunft als Erwartung und Hoffnung. Die Zukunft existiert, aber sie findet noch nicht statt.
Was geschehen wird
Ein Ereignis, das einer naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeit folgt, lässt sich exakt vorhersagen. Wenn die Sonne untergegangen ist, lässt sich genau vorhersagen, wann sie am Horizont wieder auftauchen wird.
Alle anderen zukünftigen Ereignisse, die also nicht einer naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeit folgen, bleiben vage. Es ist zwar sicher, dass ich sterben werde und es gibt auch eine statistische Wahrscheinlichkeit dafür, wann das geschehen wird – aber der exakte Augenblick ist unbestimmt.
Die Gegenwart birgt lediglich ein Potenzial für die Zukunft. Ereignisse werden erst und genau dann eintreten, wenn die dafür notwendigen Bedingungen erfüllt sind.
Zukunft gestalten
Was geschehen ist, ist geschehen. Da kann ich nichts mehr dran ändern. Aber ich kann meine Zukunft beeinflussen.
Mit meinen Vorstellungen und Erwartungen in Bezug auf die Zukunft beeinflusse ich meine Wahrnehmung, mein Denken und auch mein Handeln. Ich verhalte mich so, dass diese Vorstellungen eine größere Chance haben, sich zu verwirklichen.
Buddhisten und Hinduisten würden sagen: Schau dir deine Taten an und du weißt, wie es dir in Zukunft ergehen wird. Da steckt der Gedanke des Karma hinter. Das ist die Vorstellung, dass alles, was ich tue und auch denke, in der Zukunft Konsequenzen haben wird. Wann und wie sich mein Handeln konkret auswirken wird, lässt sich nicht sagen. Es geht um Tendenzen.
Wie ein Uhrwerk
Es gibt die Vorstellung, dass die Zukunft schon irgendwo festgelegt sei und dass das, was geschieht, wie ein Uhrwerk ablaufe. Kein Mensch kann wissen, ob das stimmt. Für mich ist das jedenfalls irrelevant. Denn ich weiß nicht und kann nicht wissen, wie es weiter geht. Für mich sieht es so aus, als könne ich in jedem Augenblick frei entscheiden.
Die Zukunft kann ich nie vorhersehen.
Wenn alles schon irgendwo festgelegt ist, könnte es möglich sein, die Zukunft zu wissen und vorherzusagen. Das fühlt sich manchmal tatsächlich so an, als gäbe es ganz tief in mir selbst Informationen über die Zukunft.
Aber. Erstens: Ist das überhaupt wünschenswert zu wissen, was mir geschehen wird? Und zum anderen kann es immer nur um Tendenzen gehen. Ob es tatsächlich so eintreffen wird, kann niemand wissen.
Ohne Furcht und ohne Hoffnung
Zukunft ist mein Raum der Erwartung. Entweder fürchte ich mich vor der Zukunft oder ich wünsche und erwarte Positives von ihr. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht das Leben erträglicher. Wenn ich mir Hoffnungen mache, verlagere ich meinen Fokus in die Zukunft.
Der buddhistische Slogan „Ohne Furcht und ohne Hoffnung“ meint, sich von Konzepten und Vorstellungen frei zu machen. Ich bin bewusst jetzt hier und klammere mich nicht an die Zukunft. Ohne „Furcht und ohne Hoffnung“ ist eine Aufforderung, den Tatsachen ins Auge zu sehen – und zu Gelassenheit. Es wird schon okay sein.
Zustand der Zeitlosigkeit
Neben Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird eine vierte Zeit genannt, eine Ebene jenseits von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – die unveränderliche Zeit. Das sei die eigentliche Realität.
Man sagt, diese vierte Zeit sei stetige Gegenwart. Aber genau genommen ist die vierte Zeit auch jenseits von Gegenwart. Denn auch Gegenwart ist ein Konzept innerhalb unserer Vorstellung von Zeit.
Das ganz große Loslassen
Die vierte Zeit wird erfahrbar in den höchsten Meditationszuständen, in einem Zustand höchster Wachheit und ohne Gedanken, in einer Dimension von weit werden, völliger Öffnung, bis es Grenzen nicht mehr gibt. Das ist der nicht-duale Zustand, in dem der Gegensatz zwischen mir und meinem Gegenüber aufgehoben ist, weil es dieses Ich dann gar nicht mehr gibt.