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Meditation Tipps

Meditation Tipps. Alles was du zur Meditation brauchst in 4 Lerneinheiten.

Dies ist die Lerneinheit 03.

Diese 3. Lerneinheit ist zentral und der eigentliche Einstieg in die Praxis.

 

Lesedauer: 9 Minuten

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Meditation Tipps – Lerneinheit 03

 

Der
Einstieg in die Praxis

– der Umgang mit Gedanken und Emotionen

der Fokus auf den Atem und auf andere Meditationsgegenstände

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Vorweg

  • Es geht nicht darum, die Gedanken zu unterdrücken.

  • Es geht immer um meine Aufmerksamkeit.

  • Ein Fokus ist lediglich ein Hilfsmittel.

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Gewahrsein und Achtsamkeit sind die entscheidenden Punkte in der Meditation. Sie bedeuten mitzubekommen, was hier und jetzt gerade ist.

Gewahrsein und Achtsamkeit lassen sich nicht trennen. Achtsamkeit ist der Polizist, der aufpasst, dass ich gewahr bleibe.

Gewahrsein und Achtsamkeit sind Voraussetzung für wirkliche Meditation.

Wir sind ständig abgelenkt.

Nur unser Körper ist immer hier, aber nicht unser gewöhnlicher Geist.

Wir flüchten in Vorstellungen, nur um nicht mit der Gegenwart konfrontiert zu werden. Meine Gedanken und Emotionen haben mich in die Vergangenheit verschleppt. Ich beschäftige mich mit Vorstellungen, Bildern, Träumen, Wunschgebilden oder Ereignissen, die längs vorbei sind. Oder ich lasse mir von ihnen eine Zukunft vorgaukeln, etwas, das nicht ist und sehr wahrscheinlich auch nie sein wird.

Der Inhalt unseres Geistes und damit die Träger von allem, was vorrangig in ihm vorgeht, sind unsere Gedanken und Emotionen. Die Beschäftigung mit meinen Gedanken und Emotionen ist daher essentiell für die Meditation.

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Die Gedanken und Emotionen in Ruhe lassen

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In der Meditation geht es im ersten und auch im zweiten Schritt darum, die Gedanken und in ihrem Schlepptau die Emotionen in Ruhe zu lassen und damit zur Ruhe zu kommen.

Die Anweisung äußerlich und innerlich still zu werden, wird jetzt mit Leben gefüllt.

Es geht nicht darum, in der Meditation die Gedanken zu unterdrücken. Dass Gedanken und Emotionen auftauchen ist eine natürliche Funktion unseres Geistes. Sie müssen nicht eingefangen und verhaftet werden. Sie sind nicht böse.

Doch wenn wir unseren Gedanken nachhängen, dann bringt die Meditation nichts.

Gedanken poppen auf. Das ist einfach so.

Der Trick besteht darin, mitzubekommen, dass gerade ein Gedanke aufgestiegen ist, ihn nicht festzuhalten und ihn weiterziehen zu lassen. 

Erst das Greifen, das Festhalten, macht die Angelegenheit schwierig.

Es muss mir irgendwie gelingen, die aufsteigenden und herumgeisternden Gedanken zu bemerken.

Dazu brauche ich einen Abstand zu ihnen. Die Gedanken sind dort und ich bin hier. Ich kann sie beobachten wie etwas außerhalb von mir.

Dann wird es möglich, die Gedanken und Emotionen neutral zu betrachten. Ich freue mich nicht besonders, wenn sie kommen und ich bin nicht traurig, wenn sie gehen.

Die Gedanken direkt zu beobachten ist eine eigene Technik. Sie gehört in die Kategorie „Meditation mit einem Objekt“.

Bei der „Meditation mit einem Objekt“ versuche ich, die Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu richten und dabei zu bleiben. Die Gedanken galoppieren nicht mehr wie eine wild gewordene Büffelherde über die Prärie.

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Meditationsgegenstand

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Da kommt ein Meditationsgegenstand ins Spiel. Das ist alles, was meinen Geist bei der Meditationspraxis fesselt und an einer Stelle hält.

Wenn ich auf eine Kerzenflamme schaue und immer noch weiß,  dass ich auf die Flamme  blicke, wenn ein Gedanke kommt, dann werden die Gedanken blasser.

Sie haben sozusagen keine Lust mehr aufzusteigen, weil sie doch nicht beachtet werden. Die Beachtung ist die Energie, aus der sie Kraft saugen.

Wenn ich mich nicht um sie kümmere, werden sie weniger werden, weniger dominant, blasser und vielleicht nach einer gewissen Zeit und eine gewisse Zeitlang ganz aufhören.

Ein Meditationsgegenstand ist sozusagen das Seil, mit dem ich die Aufmerksamkeit festbinde. Der Geist ist nicht mehr abgelenkt.

Alles mögliche kommt als Fokus in Frage – alles, das den Geist an einem Punkt hält.

Oft wird der eigene Atem als Meditationsgegenstand empfohlen.

Der hat den Vorteil, dass wir ihn immer dabei haben.

Und er hat noch einen weiteren Vorteil. Mit ihm können wir unseren Geist beruhigen. Wir kennen den umgekehrten Vorgang. Wenn wir sehr aufgeregt sind, in tiefen Emotionen, ängstlich oder erschrocken, dann nimmt die Atemfrequenz zu. Wenn wir umgekehrt willentlich unsere Atemzüge tiefer werden lassen und verlangsamen, dann wird unser Geist ruhiger.

Ich richte meine Aufmerksamkeit auf den Atem. Ich beobachte, wie ich einatme, wie sich Bauchdecke und Brustkorb weiten, wie die Luft wieder aus der Nase entweicht, wie sich die Bauchdecke dabei senkt. Und immer so weiter und so fort.

Weitere beliebte Meditationsgegenstände sind Mantren. Das sind Töne und Silben, die laut oder leise rezitiert werden. Das fesselt unsere Aufmerksamkeit. Und zweitens ist ein Mantra eine übernatürliche Wesenheit als Klang. Es verbindet mit dieser Wesenheit und mit ihren besonderen positiven Eigenschaften.

Auch Abbildungen von Wesenheiten wirken als Meditationsgegenstände zweifach, einmal als Bild an sich und als Verbindung mit diesen Wesenheiten und ihren besonderen guten Eigenschaften. Wie wäre es mit einem schönen Bild der christlichen Mutter Gottes oder einem Bild des heiligen Franz?

Man kann auch mehrere Meditationsgegenstände miteinander kombinieren und so den Geist stärker binden. Da würde sich das Mantra einer Wesenheit anbieten in Kombination mit einer entsprechenden Abbildung.

Ich könnte auch ein komplexes Bild aussuchen – ich denke an einen tibetischen Zufluchtsbaum – und in einer festen Reihenfolge die zahlreichen Details betrachten. Solche „Wimmelbilder“ fesseln die Aufmerksamkeit durch ihre zahlreichen Details.

Diverse Meditationsarten basieren auf Kombinationen verschiedener Meditationsgegenstände. Es geht immer um Aufmerksamkeit.

Und dann gibt es noch ganz besondere Meditationsgegenstände: wie der Fokus auf Störungen, etwa auf Lärm oder körperliche Schmerzen.

Meditationsgegenstände sind lediglich Hilfsmittel. Wenn ich still sitze, keine Gedanken auftauchen und ich in vollkommenen Gleichmut weile, dann sind sie überflüssig. Sie sind ein Hilfsmittel, ein Trittstein, um dort hin zu kommen – nicht mehr.

Und immer wieder werde ich abgelenkt sein. Nicht ärgern. Irgendwann wird es leichter fallen. 

Meditation Tipps: Die grüne Tara als Fokus der Meditation

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Ich schlage die grüne Tara als Fokus der Meditation vor. Tara, entstanden aus den Tränen des Mitgefühls des großen Bodhisattva Avalotikeshvara, hat den Vorzug, die Verkörperung von Mitgefühl und Hilfe zu sein. Es ist doch sehr tröstlich, eine Wesenheit zu wissen, die nur darauf wartet, uns zu helfen und aus jeder Notlage zu befreien. Sie hat geschworen zu kommen, wenn wir sie rufen. Sie sitzt nur halb, denn ein Bein ist schon auf dem Sprung, um sofort zur Stelle zu sein.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten, wie wir uns mit ihr verbinden können.

Da ist einmal ihr Mantra. Das ist Tara als Klang. Wenn wir es rezitieren, dann ist sie bei uns:

Om tare tuttare ture soha“

Mantras wirken durch ihren Klang. Tara wird als Retterin aus allen Gefahren angesprochen, begleitet von dem Urton „Om“ und der Bekräftigung „soha“.

Und dann können wir ein Bild von ihr anschauen und verehren.

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Die grüne Tara

Und schließlich gibt es noch ihr Yantra. Das ist sie selbst als farbiges Symbol mit geometrischen Figuren in einem quadratischen Rahmen.

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Das Yantra der grünen Tara

In der Meditation nutzen wir jeden ihrer Repräsentanten oder auch gleich mehrere davon gleichzeitig.

Tara hat Ursprünge in Indien als eine Form der großen Mutter und in Tibet als Verkörperung des universellen Mitgefühls.

……

Verweilen

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Meditation ist ein Stufenweg.

Tatsächlich kommen in der Praxis immer wieder Momente, in denen keine Gedanken mehr da sind. Ich mache nichts und ich bin wach und es ist gut. Nichts lenkt mehr ab. Der Geist ist zur Ruhe gekommen.

Das ist die Meditation ohne Objekt.

Dann gilt: Du meditierst nicht – Meditation geschieht.

Es gibt nichts Besonderes mehr zu tun. Unser Geist hat Urlaub. Er darf endlich einmal sein – ohne anstrengendes Denken.

Kurze Zusammenfassung

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  • In der Meditation geht es darum, die Gedanken und Emotionen in Ruhe zu lassen und damit zur Ruhe zu kommen.

  • Dazu versuche ich, die Aufmerksamkeit auf einen Meditationsgegenstand wie den Atem zu richten und dabei zu bleiben.

  • Wenn ich mich nicht um sie kümmere, werden die Gedanken weniger werden.

  • Und immer wieder werde ich abgelenkt sein. Nicht ärgern sondern ruhig weiter machen.

     

Etwas mehr als eine Mini-Übung:

 

Meditation:

Nun bist du bereit, für eine weitere, die entscheidende Stufe der Meditation. Das ist die Form, an die die Menschen denken, wenn sie von Meditation sprechen.

Die Empfehlung ist:

Setze dich etwas länger hin, so 15 – 20 Minuten und mach nichts anderes, als deine Atemzüge zu zählen, von Atemzug 1 bis Atemzug 10. Und nach 10 wieder bei 1 anfangen. Und wenn du merkst, dass du bei „7“ aufgehört hast oder bei „19“ angekommen bist – nicht ärgern. Das wäre wieder eine Ablenkung. Sondern ganz gelassen wieder mit „1“ weiter machen.

Reflexion:

  • Welche Gedanken kamen?
  • Wie bin ich damit umgegangen?

…….