Meditation Tipps

Vorbemerkung zu dieser Seite zu Meditation Tipps 

 

Vorbemerkungen zu dieser Seite

Für jemanden, der sich für Meditation interessiert, ist diese Seite – Meditation Tipps – die Fundgrube.

Der erste kurze Artikel ist ein Basistext zur Meditation. Selbst wer noch nie wirklich etwas von dieser Praxis gehört hat, kann damit anfangen. Hier sind die essentiellen Punkte und Tipps.

Die weiteren Artikel zu Meditation Tipps behandeln die Meditation unter immer wieder neuen Aspekten. Es gibt eben unendlich viel zu entdecken und zu beachten. Damit sollte man sich auch nicht verrückt machen. Aber es ist wirklich hilfreich, immer wieder neu angeregt zu werden.

Das ist eine Seite, auf der du immer wieder Neues entdecken kannst. Es lohnt sich also, immer wieder hier her zu kommen.

 

Der Basisartikel zur Meditation. Diese Meditation Tipps solltest du kennen, wenn du anfängst

Egal ob du gerade anfängst zu meditieren oder schon jahrelang praktizierst – das sind die wesentlichen Punkte oder Meditation Tipps:

 Erstens:

Dieser Punkt wird immer vergessen, weil er so selbstverständlich erscheint: Du musst es tun. Wenn du dich nicht hinsetzt und praktizierst, dann passiert nix.

Weiter lesen: Meditiere! Wie fange ich an?

 Zweitens:

Es geht vielleicht ganz im Anfang nur darum, dich auszuhalten. Es ist ja gar nicht so einfach, sich hinzusetzen – wie auch immer – und nichts zu tun. Gar nichts. Nicht mal aus dem Fenster gucken. Einfach nur sitzen. Kein Fernsehen, kein Handy, kein Radio.

 Drittens:

Jetzt fangen die eigentlichen Anweisungen an. Ob du auf einem Stuhl sitzt oder auf einem Kissen ist erst einmal egal. Aber lehne dich besser nicht an, sondern sitze mit einem schönen geraden Rückgrat. Dann schmerzt der Rücken nicht, du schläfst nicht ein und die Energie kann frei fließen. Wenn dann die Hände vielleicht noch auf den Knien ruhen, dann sieht das schon ganz gut aus. Die Augen können offen oder geschlossen sein. Ganz im Anfang ist es etwas einfacher, wenn die Augen geschlossen sind.

Weiter lesen: Meditationshaltung

Weiter lesen: mit offenen Augen meditieren

 Viertens:

Beobachten. Einfach nur da sitzen und mitbekommen, was ist. Bin ich aufgeregt, ist mir langweilig, habe ich Hunger, wäre ich gern woanders?

 Fünftens:

Das ist jetzt schon etwas mehr. Was mache ich mit meinen Gedanken? In der Meditation geht es im ersten und auch im zweiten Schritt darum, die Gedanken und in ihrem Schlepptau die Emotionen zur Ruhe kommen zu lassen.

Wie geht das? Gedanken poppen auf. Das ist einfach so. Der Punkt ist, sie nicht festzuhalten. Das ist aber nicht so einfach. Deshalb ist es sinnvoll, die Aufmerksamkeit auf einen Meditationsgegenstand zu richten. Ein möglicher Meditationsgegenstand ist der Atem.

 Sechstens:

Richte deine Aufmerksamkeit auf den Atem. Beobachte, wie du einatmest, wie sich Bauchdecke und Brustkorb weiten, wie die Luft wieder aus der Nase entweicht, wie sich die Bauchdecke dabei senkt. Und immer so weiter und so fort.

Weiter lesen: Meditationsgegenstand

 Siebtens:

Meditation ist still. Ich schweige. Da gibt es auch keine weiteren Anweisungen, keine Musik, keinen Gesang, kein Rezitieren. Ich bin still.

Meditation ist eine einsame Angelegenheit, kann aber in der Gruppe praktiziert werden.

Weiter lesen: Meditationsgruppe

Weiter lesen: Meditation und Musik

 Achtens:

Mach dir nicht so viele Gedanken, ob alles richtig ist. Es wird schon okay sein. Du musst nirgendwo hin. Du bist schon da.

Meditation ist ein Stufenweg. Da kommt immer wieder etwas anderes. Oder auch lange Zeit nicht. Es gibt so viel zu lernen und zu erfahren. Was? Das musst du selbst heraus bekommen.

Und weitermachen ist wichtig. Denn sonst passiert nichts. Hier kommt das her, dies: Der Weg ist das Ziel.

Weiter lesen: Was ist Meditation?

Weiter lesen: Weshalb meditieren?

Weiter lesen: Was man in der Meditation falsch machen kann.

Weiter lesen: Wie wir meditieren.

 Wenn du bis hierher gekommen bist, dann geh vielleicht noch mal zurück zum Inhaltsverzeichnis oben und schaue dir ein Thema genauer an. Du kannst natürlich  das Folgende auch überfliegen und dir dabei einen einzelnen Punkt herausgreifen. Wenn eine Frage auftaucht, dann wirst du wahrscheinlich auf dieser Seite eine Antwort finden.  Du kannst aber auch im Forum nachschauen und dort auch selbst eine Frage stellen.

Meditation Tipps 01

Was verstehen wir unter „Meditation“?

Meditation ist vielschichtig. Deshalb gibt es unterschiedliche Beschreibungen:

Meditation ist ein Zustand des Geistes.

Meditation ist der Zustand ohne Ablenkung.

Den Zustand ohne Ablenkung erreicht man nicht sofort und einfach so. Deshalb heißt es:

Meditation ist sich daran gewöhnen

– nämlich an diesen Zustand. Das geht nur durch Üben.

Deshalb auch:

Meditation ist, sich darin üben.

Und es geht nicht in einem Schritt. Versuche im ersten Schritt nur dich auszuhalten – einfach nur sitzen:

Meditation ist sich hinsetzen und nichts tun.

Im nächsten Schritt geht es darum, gewahr zu sein; das heißt, mitzubekommen, was jetzt ist und nicht zu sehr abzuschweifen. Deshalb versuche, die Aufmerksamkeit auf einen Punkt zu richten und dabei zu bleiben. Die Gedanken galoppieren nicht mehr wie eine wild gewordene Büffelherde über die Prärie. Dazu braucht es einen Fokus, einen Meditationsgegenstand – wie den Atem.

Das ist die Meditation mit einem Objekt.

Meditation ist Gedanken und Gefühle in Ruhe zu lassen.

Gedanken sind halt da. Sie müssen nicht eingefangen und verhaftet werden. Sie sind nicht böse. Ich betrachte sie neutral. Ich freue mich nicht besonders wenn sie kommen und ich bin nicht traurig, wenn sie gehen.

Und schließlich Ruhe. Tatsächlich kommen in der Praxis immer wieder Momente, in denen keine Gedanken mehr da sind. Nichts lenkt mehr ab. Der Geist ist zur Ruhe gekommen. Ich mache nichts und ich bin wach und es ist gut.

Das ist die Meditation ohne Objekt.

Dann gilt: Du kannst nicht meditieren – Meditation geschieht.

Und irgendwann ist nur noch dieses Sein. Selbst ich bin nicht mehr, obwohl ich noch da bin.

Mach dir nicht so viele Gedanken, was Meditation ist. Meditiere!

Weiter lesen: Was ist Meditation?

Weiter lesen: Meditationsgegenstand

 

Es gibt gute Gründe für die Meditation

Alle Meditation Tipps sind überflüssig, wenn ich Dich nicht von der Meditation überzeugen kann. Ich zähle mal ein paar Punkte auf, was Meditation alles bewirkt und weshalb du unbedingt meditieren solltest. Und später gehe ich weiter ins Detail.

Wenn ich dir sage, du wirst schon sehen, was du von der Meditation hast, wirst du nicht anfangen.

Ich behaupte, die Meditation wird alle deine Probleme auflösen. Aber das wirst du mir nicht sofort glauben.

Also:

Dein Geist wird sich ändern – selbst deine Gehirnstrukturen werden sich ziemlich schnell messbar verändern. Das kann man inzwischen zweifelsfrei auch wissenschaftlich belegen. Das hat gravierende positive Auswirkungen.

Du wirst gesünder, gelassener und bewusster werden.

Die Welt wird dir freundlicher erscheinen.

Du wirst glücklicher und zufriedener sein.

Du wirst dich besser kennen lernen.

Du wirst Antworten finden auf letztendliche Fragen – wie die Realität wirklich ist.

Ist das genug?

Die Details kommen jetzt.

Das Gehirn ändert sich

Sicher ist, dass sich dein Gehirn ändert – und damit dein Geist. Inzwischen kann die Wissenschaft ja direkt in unser Gehirn schauen und hat festgestellt, dass sich schon nach ziemlich kurzer Zeit der Praxis das Gehirn neu strukturiert und vernetzt.

Man kann buchstäblich sehen, wie sich Regionen im Gehirn ausbilden, andere Areale angesprochen werden, neuronale Kreisläufe entstehen und sich Synapsen bilden. Die Bereiche werden stärker, die für Emotionen – insbesondere Mitgefühl – zuständig sind sowie die Areale für Lernen und Achtsamkeit.

Die Hirnalterung verzögert sich.

Und dann ändert sich eine Menge in dir.

Die Welt begegnet dir freundlicher

Die Welt begegnet dir freundlicher. Das muss ich näher erläutern:

Ich bin mal ein ziemlich verschlossener Mensch gewesen – so etwas wie eine Konservendose mit zwei kleinen Schlitzen für die Außenwahrnehmung. Ich war misstrauisch und habe nichts Gutes von den Menschen und meiner Umwelt erwartet. Ich machte mich sozusagen unsichtbar und spielte nur mit, wenn es unbedingt notwendig war.

Da kam mir die Meditation entgegen. Ich habe mich ins Schlafzimmer gesetzt und praktiziert. Das hat sich gut angefühlt und ich habe immer weiter gemacht.

Und dann habe ich Leute gesucht und gefunden, die auch meditierten.

Und irgendwann habe ich ganz zögernd und vorsichtig gemerkt, dass dieser Panzer, diese Konservendose, nicht mehr gebraucht wurde. Die Menschen waren meist nett zu mir.

Ich war wohl anders geworden und damit begegneten mir die Menschen anders. Es war nicht mehr diese Angst vor den Menschen da, diese Barriere. Auf einmal war es schön, mit Menschen zu sein, mit einzelnen und mit Gruppen.

Durch Meditation werden deine Probleme weniger

Du fühlst dich vielleicht elend, du bist schlapp oder krank, hast Ängste, fühlst dich einsam. Da wird dir Meditation helfen. Das wird weiter unten klarer.

Meditation fördert Geduld

Meditation fördert Geduld. Gedanken und Gefühle sacken tiefer. Es gibt nichts zu tun. Und keinerlei Abwechslung. Das fühlt sich vielleicht langweilig an. Irgendwann vergisst du, dass dir langweilig ist. Du wirst geduldiger. Das geht gar nicht anders bei dieser Praxis.

Die Prozesse in unserem Geist werden bewusst

Meditation macht die Prozesse in unserem Geist transparent – sie verlangsamen sich sozusagen. Indem die Ablenkungen wegfallen, wird der Geist ruhig. Wir nehmen wahr, was ist.

Du wirst entspannt und zufrieden

Du wirst entspannt, gelassen, ausgeglichen und zufrieden. Weshalb?

  1. Weil dein Geist sich ändert, tauchen nicht mehr so viele unnütze und vielleicht beängstigende Gedanken und Gefühle auf.

  2. Weil du in der und durch die Praxis merkst, was du tust, also achtsam und wach bist, lässt du dich nicht mehr von so vielen dieser unnützen Gedanken und Gefühlen einfangen.

Du gewinnst Stabilität und inneren Frieden. Stress baut sich ab.

Dir fällt es leichter, auch dich selbst zu lieben.

Du kannst dich besser konzentrieren, bist achtsam, kannst den jeweiligen Augenblick wahrnehmen.

Du wirst gesünder. Der Blutdruck sinkt und damit die Wahrscheinlichkeit von Herzerkrankungen. Die Schmerzempfindung verringert sich. Das Risiko von Depressionen und Demenz nimmt ab.

Sicher wirst du Krankheiten leichter ertragen können.

Meditation hilft sogar beim Abnehmen, weil du achtsamer wirst.

Meditation ist das Allheilmittel

Man könnte sagen, Meditation löst sämtliche Probleme. Meditation ist das Allheilmittel.

Weshalb?

Probleme brauchen das Medium der Gedanken. Ohne Nachdenken kann sich niemand Sorgen machen. Objektiv mögen die Dinge und Daten, die als Problem empfunden werden, weiter existieren. Für den Meditierenden besitzen sie aber keinen Raum mehr, sobald der Geist zur Ruhe gekommen ist.

Die Richtung ändert sich

Erwarte nicht, dass sofort alles anders wird. Es geht um Beobachten. Du schaust, was deine Gedanken und Gefühle so machen. Du kannst sie beobachten wie etwas, dass draußen vorgeht.

Früher, als noch nicht alle Menschen einen Fernseher und erst recht kein Handy hatten, haben sie es sich am Fenster bequem gemacht und nach draußen geschaut haben. Es gab nichts besonders zu sehen. Da waren die Straße, die Häuser gegenüber und ganz ab und zu kam ein Auto vorbei oder jemand kam aus dem Nachbarhaus oder ein Hund bellte irgendwo.

Da war keine besondere Absicht. Da war auch keine Ungeduld. Einfach nur schauen. Oh, da hüpft ein Spatz und noch einer. Wo kommen die denn her?

So ähnlich geht Meditation. Die Autos und Spatzen und Menschen sind deine Gedanken und Gefühle. Du beobachtest. Und sonst nichts.

Aber. Du schaust nicht mehr, was außen so vor sich geht, sondern was in dir selbst geschieht. Eine Richtungsänderung. Und diese Richtungsänderung macht etwas in Dir. Was, das kommt jetzt.

Glücklich werden

Alle Menschen streben nach Glück und Zufriedenheit. Und fast alle suchen das Glück außen. Sie möchten eine gute Partnerschaft, einen befriedigenden Beruf, viel Geld, ein Auto, ein Haus, schöne Reisen. Und je mehr sie erreicht haben, um so mehr wollen sie. Diese Wünsche enden nie. Und das Glück, das das Außen verschafft, bringt schon Freude und Befriedigung. Doch diese Freude und Befriedigung bleibt nicht.

Nach kurzer Zeit spürst du die Freude nicht mehr. Du hast jetzt die schicke Wohnung, die du immer haben wolltest und dann gewöhnst du dich daran, in ihr zu wohnen und schließlich wird sie selbstverständlich und dann fühlst du dich wie zuvor.

Das gilt wohl für alle erfüllten Wünsche. Und dann wünscht du dir etwas anderes. Besonders deutlich ist das bei Sammlungen. Man kann selbst Urlaubserlebnisse sammeln – oder Partnerschaften.

Und dennoch ist dauerhaftes Glück möglich. Dauerhaftes Glück kommt nur von innen. Dazu ist diese Richtungsänderung notwendig. Durch die Meditation, durch das Schauen nach innen, kannst du unkonditioniertes Glück finden – ein Glück, das von nichts weiterem abhängt – also nicht von äußeren materiellen Dingen oder Gegebenheiten.

Das ist der Trick der Yogis und Mönche. Die haben nichts. Und einige von ihnen schaffen es, glücklich zu sein – einfach so.

Antworten auf letztendliche Fragen

Vielleicht geht es dir um die ganz großen Fragen, um die letztendliche Wahrheit. Weshalb sind wir auf dieser Erde? Was ist Erleuchtung?

Meditation ist ein Mittel, dich und deine Umgebung zu erfahren und letztlich, wie die Welt wirklich ist. Meditation kann Dir aus eigenem Erleben zeigen, um was es letztendlich geht.

Ein guter Mensch werden

Manche Buddhisten fassen ihre Lehre so zusammen: Schade niemanden, tue Gutes, arbeite mit deinem Geist. Das ist es, was die Buddhas lehren.

Schade niemanden und tue Gutes, das können sicher viele Menschen als Ziel unterstützen und wohl alle Religionen.

Und wahrscheinlich finden sie auch dieses Mit-dem-Geist-arbeiten richtig. Denn wenn ich mir vornehme, niemandem zu schaden und Gutes zu tun, dann muss ich mit meinem Geist arbeiten. Ich muss dann versuchen, mich zu ändern und besser zu werden.

Eine ganz wichtige Möglichkeit, wie ich mit dem Geist arbeiten kann, ist die Meditation. Ich muss ja erst einmal herausbekommen, was das ist, dieser Geist. Ich muss ihn finden, ihn beobachten, ihm auf die Schliche kommen. Dafür muss ich mich hinsetzen und beobachten. Daraus besteht die Meditation erst einmal.

Du gehst einen Weg, der dich bewusst macht, der dich zum Herrn oder zur Herrin in deinem Haus macht, so dass du schließlich bestimmen kannst. Und nicht länger Spielball entgegengesetzter Impulse, Strömungen und Einflüsse in dir selbst bist. Wie ein Blatt im Wind.

Mach einfach!

Ich könnte sagen, setz dich und meditiere. Du wirst merken, was du davon hast. Hier gilt der Spruch ganz besonders: der Weg ist das Ziel.

Keine großen Erwartungen. Es geschieht etwas oder es geschieht nicht. Und was wirklich in der Meditation geschehen kann, ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen.

Gib dir etwas Zeit. Man sagt, dass man so etwa vierzig Tage braucht, bis sich eine Gewohnheit etabliert hat.

So viel Geduld muss sein. Wer ist stärker – ich oder meine Ungeduld?

Setze dich jeden Tag hin, werde still und beobachte. Vielleicht jeweils zehn Minuten lang. Das ist echt zu schaffen.

Nach 40 Tagen betrachte dich sozusagen von außen. Was hat sich verändert? Hat es sich gelohnt, durchzuhalten?

Du bist nun kein völlig anderer Mensch. Aber vielleicht doch. Wenn du das herausbekommen willst, musst du dich auf dieses Abenteuer einlassen. Meditiere!

Und lies die Meditation Tipps.

Zuerst erschienen als Blog-Beitrag „Weshalb meditieren? Wie wirkt Meditation?

 

 Körperhaltungen, die eine Meditation unterstützen

Die Körperhaltung sollte die Meditation unterstützen. Körperliche Schmerzen sind zu vermeiden, allein schon, weil sie ablenken würden. Die richtige Haltung fördert einen wachen Geist. Deshalb ist von einer Meditation im Liegen, in einem bequemen weichen Sessel oder auch nur angelehnt, abzuraten, weil sich der Geist auf Schlafen einstellen würde.

Patanjali, der Stammvater der Meditation sagt: Hilfreich ist es, eine stabile Haltung einzunehmen. Darauf bauen die Anweisungen zur Meditationshaltung auf.

Du kannst auf einem festen Stuhl oder auf einem festen nicht zu niedrigem Kissen sitzen.

Das Rückgrat ist gerade. Die Wirbel liegen aufeinander wie gestapelte Münzen. Der Rücken ist weder zu weit nach vorn, noch zu weit nach hinten geneigt, sondern genau im Gleichgewicht. Die Schultern sind entspannt.

Dann hat der Bauchraum genügend Volumen für eine ruhige, tiefe Atmung und die Energie kann frei fließen.

Der gesamte Körper ruht wie ein Berg – unerschütterlich. Die Hände umfassen die Knie oder die rechte Hand liegt in der linken Hand und entspannt im Schoss.

Wenn du auf einem Kissen sitzt, berühren die Knie den Boden oder – wenn das nicht möglich ist – werden sie durch Kissen gestützt. Der Körper sollte auf drei Punkten ruhen. Das gibt dem Körper einen stabilen Halt.

Wenn du auf einem Stuhl sitzt, stehen die Füße parallel nebeneinander und der Rücken ist gerade. Also nicht anlehnen, um einem Wegdösen vorzubeugen.

Zwischen den Armen und dem Rumpf kann etwas Luft bleiben. Wenn das Kinn ein wenig angezogen ist, dann wird der Rücken automatisch gerade. Die Zungenspitze berührt leicht den Gaumen. Der Blick der halb geöffneten Augen ist auf einen Punkt vielleicht einen Meter vor dir auf dem Boden gerichtet oder die Augen sind geschlossen.

Weiter lesen: Wie sitze ich in der Meditation richtig?

Meditation Tipps Meditationshaltung auf einem Stuhl sitzen

auf einem Stuhl meditieren
 
Meditationsposition Schneidersitz mit Unterstuetzung

Schneidersitz mit Unterstützung
Meditationsposition Schneidersitz mit Spezialsitzkissen

Schneidersitz mit speziellem Sitzkissen
Meditationshaltung rittlings

rittlings auf dem Kissen
Meditationshaltuing Fuesse nebeneinander

Füße nebeneinander
Meditationshaltung Viertellotos

Viertellotos
Meditationshaltung halber Lotos

halber Lotossitz
Meditation Tipps Meditationshaltung voller Lotossitz

voller Lotossitz


Kann man auch im Liegen medieren ?

Die kurze Antwort ist: ja. Die etwas längere: ja, aber.

Das Liegen ist mit Entspannung und Schlaf verbunden. Entspannung kann eine schöne Begleiterscheinung der Meditation sein – sie ist aber nicht das Ziel. Ziel ist ein bestimmter achtsamer wacher Zustand ohne Ablenkung. Der ist im Schlaf und auch nicht im Dösen erreichbar. Der besondere Zustand ist nicht von einer bestimmten Körperhaltung abhängig – er kann auch liegend geschehen. Wer unbedingt im Liegen meditieren möchte sollte es sich nicht zu gemütlich machen

Weiter lesen: Ist es sinnvoll, im Liegen zu meditieren?

Meditation Tipps 02

Ein Platz zum Meditieren 

Meditieren kann man überall. Meditation ist ein Zustand des Geistes. Der braucht keinen äußeren Ort. Und Meditation ist ein Bündel von Methoden, wie ich diesen Zustand erreiche. Da muss ich ja irgendwo sein. Das ist nicht ganz beliebig, wenn ich es mir nicht unnötig schwer machen will. Der Platz sollte also gewissen Anforderungen genügen.

Anforderungen

Generell sollte der Ort die Meditation unterstützen. Das bedeutet, er sollte angenehm sein und die Abwesenheit von allem, was die Meditation stören könnte.

Du solltest dich da unbedingt wohl fühlen.

Der Ort sollte ruhig sein. Lärm wäre eine besondere Herausforderung. Das spricht auch gegen Fernseher, Telefon und Handy.

Ein ungestörter Raum – also kein Durchgangszimmer, kein Zimmer, in dem immer wieder jemand etwas zu tun hat.

Kein Gestank, kein Durchzug, keine summenden oder stechenden Insekten,

nicht zu kalt, nicht zu heiß, hell, aber kein grelles Licht, kein blendendes Sonnenlicht, deshalb ein Vorhang. Ein Fenster mit der Möglichkeit zum Lüften.

Keine unangemessenen Assoziationen – Schlaf, Arbeit. Das spricht gegen Schlafzimmer und Arbeitszimmer.

Auch das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen, könnte stören. Deshalb sollte der Platz von außen nicht einsehbar sein.

Der Raum muss nicht unbedingt groß sein. Es ist schön, wenn man den Raum zumachen kann und er keine weiteren Funktionen hat. Ein separates Zimmer ist ideal, aber eine Ecke in einem anderen Raum tut es auch.

Einrichtung

Eigentlich gibt es nur einen Gegenstand der unerlässlich ist: das ist eine Sitzgelegenheit. Das kann ein Stuhl sein oder ein Kissen. Dazu noch eine Unterlage.

Schön wäre es, wenn in dem Raum nichts ist, das ablenkt. Er ist sauber und aufgeräumt – kein Gerümpel. Da könnten schon rundum kahle weiße Wände helfen.

Und dann kann man etwas da haben, das als Meditationsobjekt fungiert. Dinge können hinzu kommen, die inspirieren. Das kommt auch auf den Geschmack an. Da können Farben ein Rolle spielen. Manche Glaubensrichtungen mögen bestimmte Farben: weiß, gold, orange, dunkelviolett, grün.

Dann kommen Bilder und Statuen in Frage mit Glaubensgründern, Heiligen, Meistern und Symbole, die inspirieren.

Auf Altären können Abbilder und Symbolen schön arrangiert werden.

Vielleicht fehlt ein Teppich, um alles wohnlicher zu gestalten, Eine Klangschale, Zimbeln für die Einleitung oder für das Ende der Meditation, Räucherwerk, ein Umhang können die Ausstattung vervollständigen.

Im Laufe der Zeit wird dein Meditationszimmer zu einem Tempel, der eine Atmosphäre von Ruhe und Frieden ausbreitet.

Weiter lesen: Einen Meditationsraum finden und einrichten

Weiter lesen: Ein Altar für dein Meditationszimmer

Weiter lesen: Opferschalen auf dem Altar

 

Meditation und Tageszeiten 

Unterschiedliche Tageszeiten besitzen auch in Bezug auf die Meditation unterschiedliche Wirkungen. Als die besten Zeiten für die spirituelle Praxis gelten die Zeiten der Dämmerung, egal ob abends oder morgens. Das sind Zeiten des Übergangs und Zeiten, in denen der Geist besonders empfänglich ist.

In Indien denkt man an eine Zeit zwischen 4 Uhr und 6 Uhr, an eine Zeit kurz vor Sonnenaufgang. Der extreme Morgen schwingt in einer sanften Stille, die nur dir gehört.

Eine realistischere gute Möglichkeit beginnt, wenn du den Wachzustand wahrnimmst und aufstehst. Du bist noch unabgelenkt und nicht geschäftig. Du bist unmittelbar bereit. Der Zustand der inneren Stille und Ausgeglichenheit wird dich den ganzen Tag begleiten.

Abends gibt es ein Pendant. Da ist dieses „wenn alles getan ist“. Der Alltag liegt hinter dir. Vielleicht ist da eine gewisse wohlige Erschöpfung, die Freude, etwas geschafft zu haben.

Vor dem Schlafengehen beginnt sich der Gedankenstrom zu verlangsamen. Körper und Geist bereiten sich auf die Nachtruhe vor. Auch spätabends ist es ruhig und niemand wird noch etwas von dir wollen. Du wirst etwas von dem Meditationszustand mit in die Nacht nehmen.

Generell nutze Zeiten, die gerade passen. Du kannst auch im Zug meditieren, in der U-Bahn und sogar auf deinem Arbeitsplatz in der Mittagspause.

Weiter lesen: Morgens meditieren 

Tipps 2a

Nicht eingreifen

In Japan sagt man: Still sitzen. Nichts tun. Der Frühling kommt und das Gras wächst ohne dass ich irgendwie eingreife.

Was heißt das? Es meint nicht, gar nichts zu tun, wie wir es gewöhnlich verstehen. Wenn wir einfach weiter unseren Gedanken nachhängen, kommen wir nicht dahin. Es bedarf schon einer gewissen Anstrengung bei der Meditation. Es meint mehr, die Dinge zu lassen, wie sie eigentlich sind. Wir müssen immer alles verändern, daran rum zupfen. 

Gedanken kommen und gehen. Das ist völlig in Ordnung. Wir halten sie aber in der Meditation nicht fest. Und wir meditieren mit einer gewissen Gelassenheit, der Zuversicht, dass es schon in Ordnung sein wird.

Meditation Tipps 03

Mitbekommen was ist

Gewahrsein bedeutet mitzubekommen, was ist. Ich weiß jetzt hier in diesem Augenblick, dass ich hier bin. Ich bin nicht abgelenkt. Das ist Voraussetzung für wirkliche Meditation.

Ich fliehe mit meinen Gedanken nirgendwo hin. Ich beschäftige mich jetzt nicht mit Vorstellungen, Bildern, Träumen, Wunschgebilden oder Ereignissen, die längs vorbei sind. Ich bilde mir nichts ein, was nicht ist.

Wir meinen, hier zu sein, sind es aber nicht. Wir sind nur äußerlich wach. Nur unser Körper ist immer hier, aber nicht unser gewöhnlicher Geist. Wir flüchten in Vorstellungen, nur um nicht mit der Gegenwart konfrontiert zu werden.

Gewahrsein ist ein Zustand des Geistes. Ich folge meinen Gedanken und Emotionen nicht in die Vergangenheit und ich lasse mir von ihnen auch keine Zukunft vorgaukeln, etwas, das nicht ist und sehr wahrscheinlich auch nie sein wird.

Dann ist mein Geist frisch, wach, klar und lebendig. Ich bin in der Gegenwart, im immerwährenden Augenblick, der einzigen Zeit, die es gibt.

Gewahrsein und Achtsamkeit lassen sich nicht trennen. Sie hängen ganz eng zusammen. Achtsamkeit ist der Polizist, der aufpasst, dass wir gewahr bleiben.

Eine andere Fassung ist als Blog-Beitrag erschienen: „Gewahrsein – essentiell für die Meditation“

Weiter lesen: „Wie ich mich zur Meditation motiviere“

Meditation Tipps

Verweilen

Ganz natürlich sein. Es gibt nichts Besonderes zu tun. Unser Geist hat Urlaub. Das Tun ist jetzt eher kontraproduktiv. Es geht eher um eine Art Entlernen. 

Es geht um unseren natürlichen Zustand. So, wie wir schon immer waren. Aber da ist inzwischen eine Schicht dazwischen, die diesen Zustand überdeckt. Klingt kryptisch? 

Ja. Es ist schwierig, nichts zu tun. Einfach loslassen. Keine besondere Anstrengung. Keine Verrenkungen, keine Gehirnakrobatik. Einfach nur sitzen. Sich auch nicht so viel Gedanken machen. 

Ist das jetzt richtig? Wie soll ich das denn machen, nichts tun? Einfach nur sein. Loslassen. Diesem unserem Geist Urlaub geben, ihn mal entspannen lassen. Er muss mal gar nichts tun. Ziemlich schwierig. Aber eigentlich doch einfach. Wir müssen immer was tun. Wir üben jetzt das Nicht-Tun.

Meditation Tipps 05

Gedanken

Es geht nicht darum, in der Meditation die Gedanken zu unterdrücken. Es ist ganz natürlich, dass unser Geist Gedanken aufsteigen lässt. Der Trick besteht darin, mitzubekommen, dass gerade ein Gedanke aufgestiegen ist, ihn nicht festzuhalten und ihn weiterziehen zu lassen. 

Erst das Greifen, das Festhalten, macht die Angelegenheit schwierig. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Einer der wichtigsten Punkte in der Meditation ist Achtsamkeit – mitzubekommen, was gerade ist. Nicht ärgern, wenn das immer wieder misslingt. Irgendwann wird es leichter fallen.

Weiter lesen: Gedanken

Meditation Tipps 06

Mit geschlossenen Augen meditieren

Viele Menschen, die anfangen zu meditieren, gehen davon aus, dass die Augen bei der Meditation geschlossen sind. Das ist eine Möglichkeit. Die Hindus meditieren so. Das zeigt schon, dass dies eine Vorgehensweise nicht nur für Anfänger ist.

Mit den Augen nehmen wir hauptsächlich die Welt wahr. Sie verbinden uns mit dem, was außerhalb von uns ist. Deshalb ist es konsequent, die Augen in der Meditation zu schließen. Die Verbindung zur Außenwelt ist abgeschnitten und ich bin insofern ungestört. Visuelle Reize lenken mich nicht mehr ab. Du bist auf dich geworfen. Du bist isoliert, wie in einer Höhle. Nur noch Geräusche könnten dich erreichen und vielleicht zeigt dir die Haut, dass da ein Wind weht.

Aber. Innere Bilder und Gedanken nehmen dich leichter gefangen. Du driftest leichter ab. Wenn es nichts zu sehen gibt, könnte das auch eine Einladung zum Schlaf sein.

Für Anfänger ist es durchaus empfehlenswert, mit geschlossenen Augen zu meditieren. Der Einstieg ist so sicher etwas leichter. Du kannst die Achtsamkeit leichter auf einen Punkt richten. Anfangs habe ich auch so praktiziert.

Meditation Tipps 07

Was für eine Meditation mit offenen Augen spricht

Man kann erfolgreich und sinnvoll sowohl mit offenen als auch mit geschlossenen Augen meditieren. Das zeigt sich schon daran, dass Hindus gewöhnlich mit geschlossenen und die meisten Buddhisten mit offenen Augen meditieren. Und es ist dennoch nicht gleichgültig, ob die Augen in der Meditation offen oder geschlossen sind.

Wenn du bisher mit geschlossenen Augen meditiert hast, dann probiere mal, die Augen beim Meditieren auf zu halten. Das ist zunächst ungewohnt. Vielleicht lässt du dich nun eher ablenken, weil so viele Eindrücke dich fesseln.

Mit einem Gegenstand als Meditationsgegenstand

Ganz offensichtlich funktioniert eine Meditation mit einem gegenständlichen Meditationsobjekt nur mit offenen Augen. Da gibt es weiter nichts zu zu sagen. Wie bei anderen Objekten geht es darum, den Geist nur noch auf diesen einen Fokus zu richten und zu fesseln.

Was spricht noch dafür, die Augen in der Meditation auf zu halten?

Wir zeigen, dass wir uns nicht verschließen. Alle Sinne bleiben offen. Wir leben in der Welt und nehmen alles wahr. Wir laufen nicht weg, übernehmen Verantwortung und leben im Frieden mit der Welt.

Aber wir lassen uns von der Welt nicht einfangen.

Ein weiter und offener Blick, sehr sanft und auf nichts bestimmtes gerichtet, ist auch ein Ausdruck von Mitgefühl –  umfassend und großzügig.

Ein solcher Blick unterbricht den Gedankenstrom. Die Gedanken verlieren an Kraft. Das ist der entscheidende Grund für offene Augen.

Ein weicher Blick

Doch die Gedanken verlieren nicht automatisch an Kraft.

Der historische Buddha wird als Erleuchteter mit halb geschlossen Augen dargestellt. Es bedarf vielleicht ein wenig Übung, um zu verstehen, was es mit den Augen auf sich hat. Das betrifft eher Menschen, die etwas Erfahrung mit der Meditation haben und eine Meditation ohne Fokus praktizieren.

Lass die Augen weit werden! Das heißt, der Blick ruht sanft auf den Gegenständen. Ich demonstriere das gern mit meinem Daumen. Ich schaue auf den Finger und ohne den Blick zu verändern, versuche ich gleichzeitig zu sehen, was alles noch rechts und links ist. Obwohl die Augen objektiv auf den Finger gerichtet sind, erfassen sie das gesamte Gesichtsfeld und den ganzen Raum. Die Augen sind auf, doch nicht fixiert. Du nimmst das ganze Blickfeld gleichzeitig wahr.

Dann kommt ein Augenblick, an dem die Augen auf sind, doch was sie sehen, berührt dich nicht. Du nimmst nicht mehr auf, als wenn deine Augen geschlossen wären. Und doch bekommt ein Teil von Dir alles mit. Wenn Du so schaust, dann verblassen die Gedanken und hören auf.

Schaue eher etwas nach unten und verändere die Stellung der Augen möglichst wenig.

Die Augen werden einfach gelassen wie sie schauen. Laufe den Objekten nicht nach. Da ist kein Greifen oder Festhalten.

Bemühe dich, nicht so viel zu blinzeln. Das ist ein Zeichen, dass Gedanken da sind.

Und irgendwann ist der Geist wieder abgelenkt. Meine Gedanken haben mich gefangen. Das ist natürlich. Das wichtigste ist, weiter zu praktizieren.

Das ist eine andere Version als Blog-Beitrag: „Mit offenen Augen meditieren“

Weiter lesen: Der weiche Blick

Weiter lesen: In die Unendlichkeit

 

Meditation Tipps 08

Wie ich den Geist fokussiere

Gedanken kommen – auch in der Meditation. Sie sind ein natürlicher Teil unseres Geistes. Da ist nichts Negatives dran. Doch wenn wir nur unseren Gedanken nachhängen, dann bringt die Meditation nichts.

Der Trick ist, zu merken, dass da Gedanken sind und die Gedanken wieder los zu lassen.

Das setzt Gewahrsein und Achtsamkeit voraus. Das heißt, ich weiß jetzt, genau in diesem Augenblick, was hier und jetzt ist. Mein Bewusstsein befindet sich ganz und gar in der Gegenwart. Ich bin nicht bei meinen Gedanken, die mich entweder in die Vergangenheit oder in die Zukunft verschleppt haben.

Es muss mir also irgendwie gelingen, die aufsteigenden und herumgeisternden Gedanken zu bemerken.

Da kommt ein Meditationsgegenstand ins Spiel. Das ist alles, was meinen Geist bei der Meditationspraxis fesselt und an einer Stelle hält.

Wenn ich auf eine Kerzenflamme schaue und sie immer weiter sehe und immer noch, wenn ein Gedanke kommt und ich weiß, dass ich auf die Flamme blicke, dann kann ich in einen Zustand kommen, an dem die Gedanken sich setzen. Sie haben sozusagen keine Lust mehr aufzusteigen, weil sie doch nicht beachtet werden. Die Beachtung ist die Energie, aus der sie Kraft saugen.

Wenn ich mich nicht um sie kümmere, werden sie weniger werden, weniger dominant, blasser und vielleicht nach einer gewissen Zeit und eine gewisse Zeitlang ganz aufhören.

Ein Meditationsgegenstand ist sozusagen das Seil, mit dem ich die Aufmerksamkeit festbinde. Der Geist ist nicht mehr abgelenkt. Alles mögliche kommt dafür in Frage – alles, das den Geist an einem Punkt hält.

Meist wird der eigene Atem als Meditationsgegenstand empfohlen. Der hat den Vorteil, dass wir ihn immer dabei haben. Und er hat noch einen weiteren Vorteil. Mit ihm können wir unseren Geist beruhigen. Wir kennen den umgekehrten Vorgang. Wenn wir sehr aufgeregt sind, in tiefen Emotionen, ängstlich oder erschrocken, dann nimmt die Atemfrequenz zu. Wenn wir umgekehrt willentlich unsere Atemzüge tiefer werden lassen und verlangsamen, dann wird unser Geist ruhiger.

Weitere beliebte Meditationsgegenstände sind Mantren. Das sind Töne und Silben, die laut oder leise rezitiert werden. Das fesselt unsere Aufmerksamkeit. Und zweitens ist ein Mantra eine übernatürliche Wesenheit als Klang. Es verbindet mit dieser Wesenheit und mit ihren besonderen positiven Eigenschaften.

Auch Abbildungen von Wesenheiten wirken als Meditationsgegenstände zweifach, einmal als Bild an sich und als Verbindung mit diesen Wesenheiten und ihren besonderen guten Eigenschaften. Wie wäre es mit einem schönen Bild der christlichen Mutter Gottes oder einem Bild des heiligen Franz?

Man kann auch mehrere Meditationsgegenstände miteinander kombinieren und so den Geist stärker binden. Da würde sich das Mantra einer Wesenheit anbieten in Kombination mit einer entsprechenden Abbildung.

Du könntest auch ein komplexes Bild aussuchen – ich denke an einen tibetischen Zufluchtsbaum – und in einer festen Reihenfolge die zahlreichen Details betrachten. Solche „Wimmelbilder“ fesseln die Aufmerksamkeit durch ihre zahlreichen Details.

Diverse Meditationsarten basieren auf Kombinationen verschiedener Meditationsgegenstände. Es geht immer um Aufmerksamkeit.

Und dann gibt es noch ganz besondere Meditationsgegenstände: wie der Fokus auf Störungen, etwa Lärm oder körperliche Schmerzen. Auch die Gedanken selbst sind als Fokus geeignet.

Meditationsgegenstände sind lediglich Hilfsmittel. Wenn du still sitzt, keine Gedanken auftauchen und du in vollkommenen Gleichmut weilst, dann sind sie überflüssig. Sie sind ein Hilfsmittel, ein Trittstein, um dort hin zu kommen – nicht mehr.

Weiter lesen: „Meditationsfokus – Meditationsgegenstand“

Weiter lesen: „Lauschen – ein Ton in meinem Ohr“

Meditation Tipps 09

Die grüne Tara als Fokus der Meditation

Damit die Gedanken nicht wie Flöhe in einem Sack unkontrolliert umherspringen, gilt es, den Geist durch einen Fokus an einer Stelle zu halten.

Wir könnten unsere Aufmerksamkeit beispielsweise mit der grünen Tara verbinden. Zwar ist insofern jedes Objekt recht. Tara, entstanden aus den Tränen des Mitgefühls des großen Bodhisattva Avalotikeshvara, hat den Vorzug, die Verkörperung von Mitgefühl und Hilfe zu sein. Es ist doch sehr tröstlich, eine Wesenheit zu wissen, die nur darauf wartet, uns zu helfen und aus jeder Notlage zu befreien. Sie hat geschworen zu kommen, wenn wir sie rufen. Sie sitzt nur halb, denn ein Bein ist schon auf dem Sprung, um sofort zur Stelle zu sein.

Es gibt mindestens drei Möglichkeiten, wie wir uns mit ihr verbinden können.

Da ist einmal ihr Mantra. Das ist Tara als Klang. Wenn wir es rezitieren, dann ist sie bei uns:

Om tare tuttare ture soha“

Mantras wirken durch ihren Klang. Tara wird als Retterin aus allen Gefahren angesprochen, begleitet von dem Urton „Om“ und der Bekräftigung „soha“.

Und dann können wir ein Bild von ihr anschauen und verehren.

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Die gruene Tara

 

Und schließlich gibt es noch ihr Yantra. Das ist sie selbst als farbiges Symbol mit geometrischen Figuren in einem quadratischen Rahmen.

Meditation Tipps - heilige Symbole
Das Yantra der grünen Tara

 

In der Meditation nutzen wir jeden ihrer Repräsentanten oder auch gleich mehrere davon gleichzeitig.

Tara hat Ursprünge in Indien als eine Form der großen Mutter und in Tibet als Verkörperung des universellen Mitgefühls.

Weiter lesen zu Yantras: Heilige Symbole – Yantras

Meditation Tipps

Sehen ohne zu sehen

Manche Zen-Anhänger schauen in der Meditation auf eine leere Wand. Da gibt es nichts zu sehen. Das muss man üben, dieses Sehen ohne zu sehen. Darin liegt ein Schlüssel für einen guten Meditationszustand. Wenn ihr dieses Sehen ohne zu sehen übt, kommt ihr recht leicht, fast automatisch, in einen guten Meditationszustand.

Kleine Erfahrungen

Wer schon etwas länger und mit offenen Augen meditiert, dem kann es vorkommen, als hätten Menschen und Gegenstände einen hellen oder auch farbigen Umriss, die Farben werden intensiver, die Perspektive verschiebt sich, Dinge scheinen weiter entfernt zu sein, der Fußboden scheint sich zu bewegen. Wer mit geschlossenen Augen meditiert, der hat vielleicht das Gefühl, sein Kopf leuchte von innen, als ob eine Glühlampe angeknipst wurde. Der Körper bewegt sich, zittert oder schüttelt sich – mitunter auch ziemlich heftig. Es können Glücksgefühle auftauchen, vielleicht so stark, dass du sie nie wieder loslassen möchtest, weil sie so schön sind.

Das ist ganz normal. Du wirst nicht krank oder verrückt und du bist auch nicht plötzlich heilig geworden. Das ist nur ein Zeichen, dass die Meditation funktioniert. Mach dir auch keine Sorgen, wenn es nicht geschieht. Wie die großen Meister sagen: Am Ende ist es weder gut noch schlecht.

Schlecht ist, wenn du daran festhältst und es wieder haben willst. Dann machst du gerade das Gegenteil von dem, um das es in der Meditation geht, nämlich loszulassen und frei zu werden. Was wirklich wichtig ist, liegt jenseits. Deswegen wird auch empfohlen, diese Erscheinungen kraftvoll zu verscheuchen.

Weiter lesen: Sinnestäuschung in der Meditation

Meditation Tipps 10

Wie eine Gemeinschaft deine Meditation unterstützt

Meditieren kann man überall und auch allein. Die Menschen sind unterschiedlich. Der Einzelkämpfer findet allein die Kraft, regelmäßig zu meditieren. Vielleicht würden ihn Mitstreiter gar stören; lieber verwirklicht er haargenau, was er für richtig hält. Das ist möglich. Und jeder, der mal etwas ganz auf eigene Faust angefangen hat, weiß, wie schwer es ist, allein kontinuierlich dabei zu bleiben.

Dass gilt für ziemlich viele Lebensbereiche, sei es beim Lernen, beim Gewicht abnehmen wollen, beim Jogging, Yoga, Sport – erst recht bei Mannschaftsport. Fußball allein zu spielen bringt es wohl nicht. Ich habe mich mal in die chinesische Schrift vertieft. Nach zwei Jahren habe ich aufgegeben, weil ich niemanden kannte, der sich auch dafür interessierte oder mit dem ich mich darüber kompetent austauschen konnte.

Meditation Tipps: Es ist sehr viel einfacher, wenn man etwas mit Gleichgesinnten tut. Und das gilt auch für das Meditieren. Zu mehreren zu meditieren kann hilfreich und unterstützend sein. Da ist ja erst einmal der Angang, das Anfangen. Und erst ist man vielleicht ganz begeistert. Und dann kommt irgendwann der Alltag. Das ist wie in der Liebe.

Eine Gemeinschaft, der Austausch, auch feste Termine, helfen Dir, dabeizubleiben, nicht aufzugeben. So eine Gemeinschaft kann auch aus zwei Freunden bestehen, oder aus einem lockeren Kreis, der sich reihum trifft. Man kann sich mit anderen zusammen tun, ohne irgendwo angebunden zu sein.

Und in diesen modernen Zeiten kann es auch eine Gemeinschaft sein, die sich am Computer trifft. Oder auf einer Webseite, einem Forum. Auch dort ist Information und ein Austausch möglich, Fragen können beantwortet werden.

In der Gemeinschaft finden sich Menschen, die Verantwortung abgeben, sich auf andere verlassen und Menschen, die Verantwortung übernehmen, andere stützen. Die Gemeinschaft bildet durch ihre Mitglieder, durch Freundschaften, Räume, feste Zeiten, Regeln, eine Struktur, ein Korsett, das dich tragen kann. Es gelingt dir leichter, regelmäßig zu meditieren. Gewöhnlich zeigen sich positive Synergieeffekte: Gemeinschaftliche Meditation wird tiefer werden.

Eine Gemeinschaft kann auch ein Korrektiv sein, wenn du dich verrannt hast, ein Forum, in dem du deine Ideen diskutierst, eine Mutter, die dir Rat und Unterstützung, Anerkennung und Nähe gibt.

Man kann sich einer festen organisierten Gemeinschaft anschließen. Es gibt inzwischen fast überall buddhistische und hinduistische Gemeinschaften der verschiedensten Richtungen und auch Gemeinschaften, die einen anderen, mitunter auch europäischen Hintergrund haben, die regelmäßig meditieren und die bei den Fragen, die bei der Meditation auftreten, helfen können. Doch vielleicht hat eine solche organisierte Gemeinschaft auch Nachteile, so etwas wie Gruppenzwang zum Beispiel.

Wie auch immer – irgendeine Form von Anbindung oder Gemeinschaft wird deine Meditation unterstützen. Nicht umsonst nennt Buddha die Gemeinde als Bestandteil der drei Juwelen neben dem Lehrer und der Lehre – sie hat also einen großen Stellenwert.

Meditation Tipps 11

Zuerst erschienen als Blog-Beitrag „Wie dich eine Meditationsgruppe unterstützt“

Motivationsgebet

Durch die Kraft und die Wahrheit dieser Praxis mögen alle Wesen Glück erfahren und die Ursachen von Glück; mögen sie frei sein von Leid so wie den Ursachen von Leid und mögen alle niemals getrennt sein von der großen Glückseligkeit, die frei ist von Leid und mögen alle im großen Gleichmut verweilen, frei von Anhaftung und Abneigung.

Widmungsgebet

Mögen durch dieses Verdienst alle Wesen den allwissenden Zustand der Erleuchtung erfahren und Feinde wie Fehler und Verblendungen überwinden. Mögen sie alle aus diesem Ozean von Samsara befreit werden, aus seinen tosenden Wellen von Geburt, Alter, Krankheit und Tod.

Anmerkung:

Die Praxis der Motivation und die Praxis der Widmung stammen aus dem tibetischen Buddhismus, der neben der Meditation die Bedeutung von Liebender Güte (Bodhicitta) betont.

Samsara ist diese uns vertraute unvollkommene Welt.

Der Buddhismus lehrt, dass sich in dieser Welt Leiden nicht vermeiden lässt. Jedes Lebewesen wird mit den Leiden der Geburt, des Alters, durch Krankheit und des Todes konfrontiert.

 

Fehler. Was kann ich bei der Meditation falsch machen?

Der größte Fehler ist, gar nicht erst anzufangen und der zweite, gleich wieder mit der Meditation aufzuhören. Alles andere kommt mehr oder weniger von selbst.

Mach dir nicht so viele Gedanken, was alles falsch sein könnte.

Man kann auch zu verbissen an die Angelegenheit herangehen, nur noch meditieren und alles bis auf’s I-Tüpfelchen korrekt machen. Stattdessen sollte die Meditation etwas von Leichtigkeit und Offenheit haben. Wir wollen uns doch entspannen und ruhig werden.

Hilfreich ist eine offene Haltung ohne allzu viele Vorstellungen.

Eine ziemlich verbreitete Vorstellung über Meditation ist, man müsse seine Gedanken verhaften. Das ist falsch. Gedanken kommen eben. Es kommt mehr darauf an, die Gedanken wieder los zu lassen.

Eine andere Vorstellung ist, man dürfe sich bei der Meditation nicht bewegen. Das ist auch falsch. Man sollte ruhig werden. Aber man muss nicht regungslos zur Salzsäule erstarren – alles in Maßen.

Wenn du alsbald den gewaltigen Durchbruch erwartest, ein Gefühl wie auf Drogen oder dir vorstellst, deine Rechnungen würden nun von selbst bezahlt – das wird wahrscheinlich nicht geschehen. Aber ziemlich sicher wirst du an deine Probleme anders heran gehen und sie als weniger belastend empfinden.

Du musst dich schon hinsetzen und praktizieren, wenn etwas geschehen soll. Da kann man nichts machen. Eine gewisse Regelmäßigkeit und eine nicht ganz kurze Zeitspanne sind notwendig. Fange mit ein paar Minuten am Tag an, vielleicht mit 10 Minuten.

Es ist schwierig, Meditation ohne irgendeine Anbindung und Anleitung ganz allein zu versuchen. Es hilft, wenn du dir kompetente Hilfe holst und im Austausch mit Freunden meditierst.

Du bist nicht verrückt, wenn in der Meditation etwas geschieht, das du noch nicht kennst. Das kann vorkommen.

Du könntest fälschlich meinen, schon am Ziel zu sein, weil wir ja doch schon alle erleuchtet sind.

Weiter lesen: „Meditation Fehler – Was man in der Meditation falsch machen kann“

Meditation Tipps 12

Mögliche Gefahren

Es stimmt, dass Meditation Probleme lösen kann. Aber das ist nicht der Fokus. Es ist vielleicht so, dass du anders mit ihnen umgehen wirst. Aber erwarte nicht, dass sich deine Probleme in Luft auflösen.

Wenn du emotionale Schwierigkeiten hast, solltest du erst abklären, ob Meditation etwas für dich ist.

Ich bin noch nie mit irgendwelchen Gefahren der Meditation konfrontiert worden und habe auch noch nie konkret von jemanden gehört, der solchen Gefahren ausgesetzt gewesen wäre. Ich selbst habe die wunderbaren Vorteile der Meditation erlebt und an anderen gesehen.

Gleichwohl will ich mögliche Gefahren nicht leugnen.

Durch Meditation schließe ich die Ablenkungen der Außenwelt aus und wende mich nach innen. Ich schaue mir an, was in mir selbst vorhanden ist. Da könnte auch etwas auftauchen, das ich verdrängt habe und mir nicht ansehen wollte, etwas, das ich selbst erlebt habe, das ich mir vorstelle oder das einfach auftaucht. Vielleicht habe ich mit nicht vorstellen können, dass ich auch solche Teile in mir trage – etwas, für das ich mich schäme, das mich schmerzt, das ich nicht ertragen kann. Mir solche Dinge anzuschauen, erfordert Kraft. Wenn ich dazu neige, mich in etwas hinein zu steigern, wenn ich psychisch oder emotional labil bin, könnte das tatsächlich zu einer Gefahr werden. Dann brauche ich vielleicht professionelle Hilfe.

Eine andere denkbare Gefahr hängt mit meiner Wahrnehmung zusammen. Mein Wahrnehmungssystem kann mir in der Meditation ungewöhnliche Erscheinungen vorgaukeln, die mir Angst machen könnten, einfach weil ich sie noch nie erlebt habe. Da sollte ich wissen, dass das in der Meditation auftreten kann und dass das keine besondere Bedeutung hat.

Weiter lesen:  „Gefahren und Segen der Meditation“

 

Meditationsmusik

Musik transportiert Emotionen, vermittelt Stimmungen und manchmal ist ein Musikstück auch in der Lage, den Geist zu fangen und zur Ruhe zu bringen. Du lässt die Gedanken los und tauchst in etwas ein.

Was beim Hören von geeigneter Musik geschieht, ist vielleicht keine Meditation. Ich bin skeptisch ob eine solche Meditation wirklich wach macht. Manchmal denke ich, sie trägt den Geist eher weg. Musik kann aber vorbereiten und auf leichte und angenehme Weise eine Ahnung davon geben, um was es geht.

Wenn du meditierst, um Probleme los zu werden und du dich nur wohl fühlen willst, dann hilft diese Musik. Und sie hilft auch, ungeliebte Gedanken und Emotionen los zu werden – wenigsten zeitweise. Sicher können bestimmte Musikstücke den Geist ruhiger werden lassen. Und das ist schon etwas.

Spirituelle Musik hören

Höre Musik nicht, sondern fühle sie, liege auf dem Boden und lass dich von der Musik in einen anderen Raum tragen. Du spürst die Begeisterung – aber keine nüchternen Informationen. Weil keine Gedanken mehr da sind, gibt es keine Möglichkeit des Nachdenkens, des Analysierens. So kann die Musik unmittelbar eindringen, tragen, formen.

Die Musik ist wie ein Fahrzeug, ein Fahrzeug, das nicht an die Erde gebunden ist, noch nicht einmal an diesen Planeten. Wo es dich hinträgt, da bist du. Und sie kann auch deine Gedanken wegpusten, deine negativen Emotionen. Du tauchst in die Musik ein. Du schwimmst mit ihr, tanzt. So schön. Die Wellen der Musik tragen dich. Nichts mehr.

Meditation

In der „richtigen“ Meditation geht es um die Kraft der Stille. Keine Ablenkung, du bist nur mit dir selbst konfrontiert. Du musst dich aushalten. Da gibt es nichts anderes. Was da alles aufsteigen kann. Wo kommen diese Gedanken alle her? Die Beine schmerzen. Und der Rücken. Und jetzt nur sitzen bleiben. Nur sitzen.

Das kann ganz schön anstrengend sein. Jetzt einfach entspannen. Wellness. Powerchillen. Ich mach jetzt gar nichts. Meditationsmusik ist mehr diese Kategorie.

Musik, die eine Meditation begleiten kann

Nicht jede Musik ist geeignet. Meditationsmusik ist ein wenig wie melodische Hintergrundgeräusche ohne besondere Höhen und Tiefen – alles ruhig und ohne Hektik.

Ich nenne hier vor allem klassische europäische Musik und dabei viele Stücke, die für einen Gottesdienst geschaffen wurde. Sie soll ja gerade einen Eindruck von verheißenen Bereichen, von den Wonnen des Himmels oder des Paradieses vermitteln, von Orten, an denen sich die Verstorbenen aufhalten.

Es gibt auch in der populären Musik geeignete Stücke. Die kommen hier kaum vor, weil sie leicht verderblich sind und fast immer schnell in Vergessenheit geraten.

Es gibt Filmmusik, die ganz gut geeignet ist und die aus dem esoterischen Bereich natürlich und ebenso außereuropäische Musik, die dann meist auch einen spirituellen Hintergrund hat.

Selbst singen

Etwas anderes ist es, selbst zu singen. Da gibt es schöne spirituelle Gesänge. Man stellt sich im Kreis auf, jemand stimmt eines dieser Lieder an und wir singen mit.

Die Hindus singen manchmal ein Mantra, das ganz langsam beginnt und im Laufe der Zeit immer schneller wird und noch schneller, bis kaum noch ein Mitkommen ist und dann wird es wieder langsamer und noch langsamer, bis es fast wieder zu Stille wird. Om Namah Shivaja. Ich verneige mich vor Shiva, der mein eigenes inneres Selbst ist.

Und man kann einen Text sehr schnell rezitieren. Zen-Menschen rezitieren das Herzsutra auf japanisch und jemand schlägt mit einer Holzglocke, dem Fisch, den Takt dazu in einem bestimmten Rhythmus und unglaublich schnell. Da bleibt kein Platz zum Denken. Ähnlich rezitieren Tibeter das Einhundersilben-Mantra und Teile des Tzoks. Und die Sufis kennen den Zikr, in dem heilige Silben wiederholt werden, die Namen Gottes, immer wieder, stundenlang, bis zur Ekstase.

Musikstücke, die für eine Meditation geeignet sein könnten:

https://www.raumfuermeditation.de/entspannungsmusik-meditationsmusik/

Zuerst erschienen als Blog-Beitrag:

„Musikstücke, die eine Meditation begleiten können“

 

Erleuchtung

Wer meditiert, der stolpert irgendwann über den Begriff „Erleuchtung“. Das soll ja das große Ziel der Meditation sein und vielleicht die letztendliche Bestimmung aller fühlenden Wesen.

Ich glaube, dass auch jemand, der selbst nicht erleuchtet ist, einiges darüber herausfinden kann.

Erleuchtung ist eine Erfahrung

In aller Kürze kann man sagen: Erleuchtung ist eine Erfahrung. Sie ist der Zustand ohne Ego. Sie zeigt, was wirklich ist.

Wir schaffen die Welt in unserem Kopf

Wie die Welt wirklich ist, ist schwer heraus zu bekommen. Wir erfahren sie ja nicht direkt. Einmal brauchen wir unsere Sinne, um entsprechende Informationen zu sammeln. Und aus diesen Informationen schaffen wir unsere Vorstellung von der Realität. Unsere Welt besteht aus Worten, Begriffen und Beschreibungen und damit aus Vorstellungen und Konzepten.

Und wir gehen noch einen Schritt weiter. Wir nehmen die Welt nicht einmal so wahr, wie wir sie uns vorstellen, weil wir mit unseren Gedanken fast immer in der Vergangenheit oder in der Zukunft sind.

Wirklich schwer ist es, uns selbst zu sehen. Wir identifizieren uns mit unseren Gedanken und Gefühlen und mit unseren Vorstellungen von uns selbst. Das ist unser Ego, derjenige, von dem wir meinen, dass er uns ausmacht und derjenige, der sagt: Ich bin.

Was fällt in der Erleuchtung weg?

Erleuchtung heißt, alle unsere Vorstellung werden wie eine Wolkendecke vor dem blauen Himmel weggezogen. Das was uns hindert, die Wirklichkeit zu sehen, wie sie ist, ist dieser Teil unseres Geistes, den wir mit unseren Gedanken und Gefühlen identifizieren.

Wie ist die Welt?

Wie zeigt sich die Welt, wenn sich das Ego, wenn sich dieser Filter, restlos aufgelöst hat?

Die Welt selbst ist immer die selbe. Nur die Wahrnehmung ist anders.

Wenn wir beide schon einmal eine Mango gegessen haben, dann sage ich Mango und du weißt, wovon die Rede ist. Wenn du Mangos nicht kennst, dann sage ich, es ist so ähnlich wie eine Pflaume oder ein Pfirsich. Dann hast du wenigstens eine gewisse Vorstellung. Aber wie soll jemand etwas beschreiben, das jenseits der Vorstellungskraft liegt?

Erleuchtung ist jenseits von allem, das wir kennen. Weil sie so schwierig zu beschreiben ist, wird meist aufgezählt, was Erleuchtung alles nicht ist. So heißt es im Herzsutra: „Keine Form, kein Gefühl, keine Wahrnehmung, kein Wille, kein Bewusstsein, kein Auge, kein Ohr, keine Nase, keine Zunge, kein Körper, kein Geist, keine Erscheinung, kein Klang, kein Geruch …“

Wie fühlt sich das an?

Einiges kann man sich recht gut vorstellen. Ist da dann nichts? Ja, irgendwie schon. Aber in diesem Nichts ist alles enthalten. Es ist kein Nichts ohne irgendetwas – eher ein noch nicht genutztes unendliches Potential.

Da sind dann keine Vorstellungen mehr, wie alles ist und wie alles sein müsste. Da ist auch nichts von gut und schlecht, von Vorlieben und Abneigungen.

Wenn keine Gedanken mehr da sind, wenigsten keine, die mich fesseln, dann kann es keine Probleme mehr geben. Es gibt keine Begrenzungen mehr, keine Zeit, nichts, das jetzt getan werden müsste.

Da ist auch niemand mehr, der Angst hat, der etwas wünscht, der sich die Zukunft herbei sehnt oder die Vergangenheit. Alles ist immer wieder ganz neu und frisch. Es ist egal, wem das geschieht. Der, der bestimmte Vorlieben hat, der, der dies und das will, den gibt es gerade nicht mehr.

Da ist unendliche Freude. Es wird von unglaublichem Gelächter berichtet, wenn diesem Menschen klar wird, was er bis dahin gemacht hat. Es ist nur noch komisch. Es fühlt sich leicht an. Der ganze Mist ist weg. Es gibt nichts mehr, über das man sich aufregen könnte.

Und es gibt Gewahrsein. Es ist sogar viel mehr als vorher, das erfahren wird. Weil du vorher kaum zur Besinnung gekommen bist.

Ganz normal

Die Erfahrung ist bombastisch und zur selben Zeit gewöhnlich. Hinter allem haben wir das schon immer gehabt.

Weil alles getan ist, gibt es allertiefsten Frieden und Stille.

Die Erfahrung ist unkompliziert. Sie besteht nicht aus vielen Bestandteilen. Sie ist einfach da und sie ist perfekt.

Mitgefühl

Alles ist vollkommen. Da können einem die Wesen, die das nicht sehen können, nur noch Leid tun. Da kann das große Bedürfnis entstehen, alle anderen Wesen auch zu diese Zustand zu verhelfen. Das ist letztendliches Mitgefühl und das was die Boddhisattvas ausmacht.

Nicht permanente Erfahrung

Momente der Erleuchtung kommen von einem Augenblick zum anderen. Diese Erfahrung wird bei den allermeisten Menschen nicht für immer bleiben. Gedanken, Emotionen und damit Vorstellungen und Konzepte kommen zurück.

Der endgültige Durchbruch, die Erleuchtung, die für immer bleibt, ist etwas ganz anderes. Das ist dann ein Buddha, ein voll Erwachter. Der ist nicht weniger erleuchtet, als der historische Buddha.

Weiter lesen: „Was ist Erleuchtung?“

Meditation Tipps

Hier geht’s zur Startseite von „Raum für Meditation“:

https://www.raumfuermeditation.de

Dies ist ein umfassendes Handbuch zur Meditation mit noch mehr Meditation Tipps:

https://www.epubli.de/shop/buch/Meditieren-kann-man-%C3%BCberall-Tomo-J–Seitz-9783746707785/73118